Angriff auf alle Sinne – momentan kommt man um “Shades of Grey” nicht mehr herum und die im Buch beschriebenen SM-Sexpraktiken sind in aller …. Munde.
Jetzt erreicht der Hype eine ganz neue Dimension, denn Frau James hat schnell gelernt, wie man im Gespräch bleibt und neue Kundenkreise erschließt.
Wer die Hände frei haben will – oder gefesselt – der kann inzwischen schon auf ein Hörbuch des Erotik-Bestsellers zurückgreifen und sich so ganz und gar in die Geschichte vertiefen oder sie gleich nachspielen – quasi als Drehbuch für fesselnde Spielchen.
Mit etwas zum Hören geht es auch weiter – mit einer Shades of Grey-CD voller ausgewählter klassischer Musikstücke möchte die Autorin vermutlich all jene ansprechen, die ihre ersten Experimente mit Liebeskugeln und Co. musikalisch untermalen wollen. E.L. James selbst bezeichnet die CD als “music to fuck to” und Fans der Triologie dürfen sich darauf freuen, zum Rhythmus von La Traviata den Rohrstock zu schwingen. Der Kontrast zwischen Kultur für die Ohren und SM-Spielchen dürfte einen zusätzlichen Reiz darstellen.
Natürlich möchte auch die Filmindustrie am Erfolg von Shades of Grey teilhaben – sowohl Hollywood als auch die Produzenten von Erwachsenenfilmen. In Hollywood reißen sich jetzt schon teuflisch gutaussehende Schauspieler und zauberhaft unschuldig anmutende Schauspielerin um die Hauptrollen in einer potentiellen Verfilmung des erotischen Bestsellers.
Selbst der literarische Angriff auf die Sinne soll laut Autorin mit dem dritten Teil von Shades of Grey kein Ende finden. Schon jetzt macht sie ihren Fans den Mund und andere Körperöffnungen “wässrig”, indem sie ankündigt, über eine Fortsetzung nachzudenken, die aus der Sicht des männlichen Hauptdarstellers, Christian, geschrieben sein soll – angeblich auf vielfachen Wunsch der Fans. Wie genau die Erotikautorin es schaffen will, sich in die Gedanken- und Gefühlswelt eines männlichen Sadomasochisten zu versetzen, bleibt vorerst ihr Geheimnis. Auf jeden Fall hält sie ihre Fans mit solch reizenden Aussichten bei der Stange bzw. Vagina.
Um das Warten auf einen 4. Teil von Shades of Grey zu überbrücken, hat der amerikanische Verlag Topix Media Lab ein Magazin mit dem Titel “Fifty Shades of American Woman who love the book and live the life” herausgebracht. Für 6,99 Dollar bekommt man Erlebnisberichte, Buchtipps, scharfe Stories, Tipps zur Befreiung der “inneren Göttin” und sogar Cocktailrezepte geboten – alles á la Shades of Grey. Leider ist das Magazin bisher nur für amerikanische Fans erhältlich. Aber dem Rest der Welt bleiben immernoch die Triologie, das Hörbuch, die CD und die Vorfreude auf die Verfilmung.



(4,75 von 5)