Bei Sadomasochismus, heute oft SM genannt, handelt es sich um einen Sammelbegriff für verschiedenen sexuelle Praktiken, bei denen sexuelle Erregung durch das Erleben von Schmerzen, Macht, Demütigung und/oder Freiheitsbeschränkungen erreicht wird. Der Begriff setzt sich aus den Namen des sadistischen Schriftstellers Marquis de Sade (1740-1814) und dem des masochistischen Autoren Leopold von Sacher-Masoch (1836-1895) zusammen. Schon im Kamasutra sind verschiedene Arten der Lustempfindung durch Schläge festgehalten – und gleichzeitig auch ausdrückliche Regeln bezüglich der Einvernehmlichkeit beider Partner.
Auch aus vorchristlicher Zeit lassen sich schon Zeugnisse von S/M-Praktiken finden, bis weit in das letzte Jahrhundert hinein galten solche Sexvorlieben jedoch als anstößig und “abartig” und wurden demnach von Gesellschaft und Wissenschaft als Störung des Sexualverhaltens angesehen. Erst in dem 1994 erschienenen psychologischen Handbuch DSM4 wurden Kriterien festgelegt, die die Vorliebe zu SM erstmals eindeutig nicht mehr als Störung einordnen. Demnach handelt es sich nur um eine “Störung”, wenn der Betroffene einen Leidensdruck verspürt. Dies ist aber glücklicherweise bei sehr wenigen SM-Anhängern der Fall. Seit der Bewegung der 60er/70er Jahre wurde es auch gesellschaftlich zunehmend immer mehr akzeptiert und ist inzwischen als sexuelle Spielart weitgehend anerkannt und populär geworden. Immerhin 5-25% der Bevölkerung (je nach Fragestellung) haben eine sexuelle Vorliebe für SM-Praktiken.
Der Schwerpunkt bei der Anerkennung liegt hierbei auf der Freiwilligkeit und Einvernehmlichkeit (safe, sane and consensual) der Praktiken: Wenn jemand sexuell kriminell wird, um seine sadistischen Phantasien auszuleben, ist dies immer noch strafbar. In Großbritannien und vielen anderen Ländern sind SM-Praktiken jeder Art übrigens immer noch gesetzlich verboten, was in Deutschland zum Glück nicht der Fall ist.
Nun möchte ich für interessierte Laien auf dem Gebiet noch ein paar Grundbegriffe erklären, die häufiger auftreten.
Top & Bottom: Hierbei handelt es sich um die Bezeichnungen für den aktiven (Top) und den passiven (Bottom) Partner. Wenn jemand an beiden Rollen Gefallen findet, nennt er sich Switch.
Session/ Szene: Bei einer Session handelt es sich um ein reales SM-Spiel, bei einer Szene – ähnlich einer Filmszene – um eine bestimmte, vorher genau geplante und besprochene Szene, die gespielt wird.
Safeword: Ein “Sicherheitswort” oder Code, der vereinbart wird. Damit kann vornehmlich der devote Partner zu verstehen geben, dass er aufhören will, weil er sich unwohl fühlt.
24/7 Beziehung: Eine Beziehung, in der das Verhältnis dominanter/ devoter Partner in allen Lebensbereichen besteht. Das Gegenstück dazu wäre eine Spielbeziehung, bei der sich zwei Partner ausschließlich zum Ausleben ihrer sexuellen Neigungen treffen.
Ehesklave: Dieser Begriff erklärt sich von selbst: Hier ist jemand gemeint, der als dominanter oder devoter Partner in einer SM-Ehe lebt.
So, wie Ihr seht, gibt es wahnsinnig viel zum Thema zu schreiben, da es sich ja um eine riesige Bandbreite an Praktiken handelt. Damit der Artikel jedoch nicht noch länger wird, könnt Ihr Euch ja auch erstmal hier selbst weiter über unsere Angebote zum Thema schlau machen.



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