Durch immer neue Studien scheint eins immer deutlicher zu werden: Der Einfluss unserer Gene und Urinstinkte auf unsere Partnerwahl ist nicht zu unterschätzen! So ist bekannt, dass z.B. im Körpergeruch eines potentiellen Partners sein genetischer Code für uns “erschnüffelbar” ist. Partner, die genetisch nicht zu uns passen, können wir demnach auch “nicht riechen”. Nun haben Wissenschaftler neue Ergebnisse bezüglich der Attraktivität von Männern und Frauen geliefert, die die alten Thesen untermauern.
Männer würden demnach bei einer Frau instinktiv auf ihre biologische Fitness achten. Ein Verhältnis von Po zu Taille von 1 : 0,7 verspricht z.B. eine leichte Geburt, während das Alter einer Frau von Mitte 20 oder weniger eine hohe Fruchtbarkeit signalisiert. Männer wählten sich demnach am liebsten Frauen als Partnerinnen aus, die im Schnitt 3,5 Jahre jünger sind, als sie. Dies liege daran, dass der Mann früher mit 30 seine größten Jagderfolge erzielte, während die Fruchtbarkeit der Frau ab Mitte 20 stetig sinkt.
Auch bei der Beurteilung von attraktiven Gesichtern scheinen die Urinstinkte eine Rolle zu spielen: Die Ausschüttung von viel oder wenig des weiblichen Sexualhormons Östrogen in der Pubertät führt zu mehr oder weniger weiblichen Gesichtszügen. Und da viele Östrogene eine hohe Fruchtbarkeit signalisieren, finden Männer folglich Frauen mit sehr weiblichen Gesichtszügen am attraktivsten. So sind volle Lippen, große Augen, dünne Augenbrauen, eine kleine Nase und ein zartes Kinn bis heute Schönheitsideale. Ließ man die männlichen Probanden am PC ihr Traumgesicht zusammenstellen, so kam regelmäßig eine Kopie von Nicole Kidman oder Lara Croft heraus – unabhängig von der Herkunft.
Frauen hingegen fanden generell “Mischgesichter”, wie das von Brad Pitt am attraktivsten. Extrem männliche Gesichter, die auf einen hohen Testosteronspiegel schließen lassen, finden Frauen nur während ihrer fruchtbaren Tage attraktiv. Dies erklären sich die Wissenschaftler mit einem erhöhten Sicherheitsbedürfnis der Frauen: Männer mit einem höheren Testosteronspiegel gehen tatsächlich öfter fremd und kümmern sich schlechter um ihre Kinder, als welche mit einem höheren Östrogenspiegel. Wenn es zur Zeugung kommt, wollen Frauen jedoch anscheinend instinktiv “starke” Gene von männlicheren Männern, damit der Nachwuchs eine möglichst gute genetische Ausstattung bekommt. So gehen Frauen auch während ihrer fruchtbaren Tage öfter fremd, als an normalen Tagen. Hier ein älterer Artikel zum Thema – Fremdgehen.
Bei diesem starken Einfluss unserer Gene fragt man sich natürlich, ob es denn überhaupt noch so etwas, wie Liebe und Treue gibt. Da kann ich euch jedoch beruhigen: Auch, wenn die Sexualhormone beim Kennenlernen wichtig sind, gibt es auch noch viele weitere Faktoren, die bei der Partnerwahl eine Rolle spielen. Und nach ein paar Monaten Beziehung kommt dann ja noch das “Kuschelhormon” Oxytocin hinzu, das die Partner emotional aneinander bindet und für ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl sorgt. Außerdem ist der Einfluss von Jahrhunderten von Kultur sicherlich auch nicht zu verachten.


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