Ein erneuter Fall von HIV in der Pornoindustrie sorgt aktuell wieder für heiße Diskussionen darüber, ob die Benutzung von Kondomen für Pornodarsteller gesetzlich vorgeschrieben werden sollte, um die Gesundheit der Darsteller zu schützen: Zwei Pornostudios, darunter die bekannte Produktionsfirma Vivid Entertainment, stoppten in dieser Woche bis auf weiteres ihre Produktion, nachdem einer ihrer Darsteller positiv auf HIV getestet wurde. Die Verantwortlichen wollen nun zunächst klären, wie viele Kolleginnen oder Kollegen (ungeschützten) Sex mit dem betroffenen Darsteller hatten, damit diese sich dann testen lassen können. Erst nach einem negativen Testergebnis dürfen sie wieder an Pornodrehs teilnehmen, so die Produzenten.
Doch wie konnte es überhaupt zu solch einer HIV-Infektion kommen? Wir erinnern uns: Schon im Jahr 2004 sorgte der Fall des Darstellers Derren James, der ebenfalls positiv auf HIV getestet wurde, für Aufruhr in der Branche. Drei Kolleginnen hatte er in den drei Monaten zwischen zwei Routinetests bereits angesteckt. Um die Ausbreitung des Virus zu verhindern, hatten die betroffenen Studios auch damals für einen Monat ihre Arbeit komplett eingestellt. Dass jedoch schon einen Monat später mit den Drehs fortgefahren wurde, als sei nichts geschehen, war für Derren James unbegreiflich. In einem Interview sagte er: “Man ist gleich wieder in alte Gewohnheiten verfallen”. Die Sicherheitsvorschriften für Darsteller wurden nicht verändert – mit fatalen Folgen, wie der neue Fall nun zeigt.
Regelmäßige HIV-Tests im Abstand von einigen Monaten sind zwar nach wie vor Pflicht in der Branche, doch wäre die Vorbeugung mit Kondom natürlich wesentlich wirkungsvoller als nachträgliche Tests, wenn vielleicht schon alles zu spät ist. Damit würde auch die Ansteckungsgefahr zwischen den obligatorischen HIV-Tests radikal minimiert. Was beispielsweise in japanischen Pornos schon selbstverständlich ist (hier sieht man kaum einmal ungeschützten Geschlechtsverkehr vor der Kamera), könnte nach diesem Fall nun also auch für US-Pornoproduktionen zur Pflicht werden. Allerdings fürchtet die Branche eine eventuelle Gesetzesänderung in diese Richtung, denn Bareback-Pornos (= Pornos ohne Kondom) werden deren Angaben zufolge von den Kunden bevorzugt. Die Konkurrenz aus Ländern, in denen die Vorschriften noch nicht so streng sind, würde so die gesamte US-Porno-Branche gefährden.
Doch ist das wirklich so, oder würden potentielle Porno-Konsumenten den Gebrauch von Kondomen in Pornos akzeptieren und gut heißen? Diese Frage möchte ich Euch als Erotik-Fachpublikum in Form einer kleinen Umfrage stellen – denn an dem Ergebnis sind natürlich auch wir als Erotik-Anbieter interessiert.

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am 19.Oktober 2010 um 17:22
Ich finde Porno mit Gummi geht überhaupt nicht. Man sollte die Tests öfters machen und sonst, finde ich, ist es Berufsrisiko.
am 20.Oktober 2010 um 12:25
Hallo Bernd,
vielen Dank für deinen Kommentar – wir hatten ja nach Euren Meinungen gefragt und freuen uns über rege Teilnahme. Allerdings möchte ich doch eine Kleinigkeit dazu anmerken:
Lediglich die HIV-Tests häufiger durchzuführen, könnte sich als einzige Schutzmaßnahme etwas schwierig gestalten, denn das HI-Virus ist erst circa drei Monate nach der Ansteckung sicher im Körper nachweisbar.
Somit kann ein möglicherweise infizierter Darsteller in dieser “diagnostischen Lücke” von 12 Wochen (nach einem Risikokontakt und vor dem Testergebnis) noch jede Menge anderer Darsteller oder privater Sexpartner mit dem tödlichen Virus anstecken. Eine andere Möglichkeit wäre nur, dass der entsprechende Darsteller in dieser Zeit keine Drehs mehr absolviert, bzw. keinen ungeschützten Geschlechtsverkehr (vor der Kamera) mehr hat – was dann ja quasi auch auf die ständige Benutzung von Kondomen bei Pornodrehs hinauslaufen würde.
Zur Info habe ich Dir unten noch ein paar Infos zu den gängigen HIV-Testverfahren herausgesucht:
“Der Enzyme-linked Immunosorbent Assay (ELISA-Test) ist die gängigste Verfahrensweise, um HIV im menschlichen Körper nachweisen zu können. Vom Zeitpunkt der Blutabnahme bis zum Eintreffen der Laborergebnisse beim Hausarzt des Patienten vergehen in etwa 3-4 Arbeitstage.
Die ELISA-Tests bis einschließlich der 3. Generation können nur Antikörper gegen HIV-1 und HIV-2 nachweisen, nicht jedoch das Virus selbst. Da der Körper für die Produktion dieser Antikörper im Rahmen einer Immunantwort jedoch mehrere Wochen braucht, kann man erst 12 Wochen nach einer möglichen Infektion mit HIV davon ausgehen, dass der Test bei fast allen Infizierten positiv ausfällt. Diesen Zeitraum zwischen möglicher Ansteckung und sicherem Nachweis des Virus nennt man diagnostische Lücke. Nur, wenn der ELISA-Test mit ausreichendem zeitlichen Abstand nach dem letzten Risikokontakt durchgeführt, sind die Ergebnisse also auch genau.” (Nach dem ELISA-Test muss ein weiterer Test zur Absicherung durchgeführt werden, der erneut einige Tage in Anspruch nimmt. Erst danach steht die Diagnose sicher fest.)
Dann gibt es noch einen weiteren, jedoch wesentlich teureren und aufwendigeren Test:
“Das PCR/RT-PCR-Verfahren weist im Gegensatz zum ELISA-Verfahren eine kleinere diagnostische Lücke auf, da bereits 15 Tage nach einem Risikokontakt eine Aussage über eine mögliche HIV-Infektion gemacht werden kann. Allerdings bietet dieser Test auch nur innerhalb der ersten 4 Wochen nach der Infektion sichere Ergebnisse.
Patienten, die in Deutschland um Abklärung bezüglich einer HIV-Infektion bitten, werden – sofern sie nicht auf eine andere Untersuchungsmethode bestehen – mittels ELISA getestet.”
Du siehst also, dass häufigere Tests gar nicht möglich sind, beziehungsweise nichts bringen würden. Sicheren Schutz vor dem immer noch tödlichen HI-Virus – und auch vielen anderen lebensbedrohlichen Geschlechtskrankheiten bietet also nur der konsequente Gebrauch von Kondomen – zumal Darsteller sich ja auch bei ausländischen Darstellern anstecken könnten, in deren Heimatländern nicht mal regelmäßige Tests Pflicht sind.
Viele Grüße, Anne vom ORION-Blogger Team
Quelle: wikipedia.de
am 24.Oktober 2010 um 17:47
Ich finde Pornos mit Kondom nicht weniger anturnend als welche ohne, da spielen andere Faktoren eine viel größere Rolle, ob mich der Film anmacht oder nicht. Beispiele: Wirkt das Verhalten der Darsteller (schlecht) gespielt? Ist die Darstellerin attraktiv (übergroße falsche Brüste sind ein no-go)? Perspektive, Ausleuchtung, Schnitt… das alles hat einen viel größeren Einfluss darauf, ob ein Film gut herüberkommt, und eher weniger, ob der Kerl da nen Gummi über seinem Lümmel hat oder nicht.
Eigentlich hat das sogar noch einen Vorteil, denn die bei vielen Streifen leider unvermeidliche Cumshot-Szene ins Gesicht der Frau am Ende würde so vielleicht wegfallen. Damit kann ich nämlich gar nix anfangen. Ist sogar ein ziemlicher Abturner.
am 26.Oktober 2010 um 10:45
Hallo Peter,
wie recht du hast (meiner bescheidenen Meinung nach). Danke für deinen hilfreichen Kommentar.
Viele Grüße, Anne vom ORION-Blogger-Team