Ich muss ja zugeben, dass das Wort “Lecktuch” nicht gerade besonders erotische Assoziationen weckt – trotzdem handelt es sich bei dieser Erfindung aber um ein wirklich nützliches und wichtiges Utensil: Lecktücher (oft auch Dental Dam oder Kofferdam genannt) dienen nämlich dem Schutz vor übertragbaren Geschlechtskrankheiten beim Oralsex.
Es handelt sich dabei um hauchdünne Latextücher (aus dem gleichen Material wie Kondome), die man unter anderem auf den Intimbereich der Frau oder auch in den Analbereich legt, um sie dann dadurch mit dem Mund zu verwöhnen. Warum das nötig ist? Nun, auch über Oralverkehr kann man sich mit HIV, Hepatitis B & Co. anstecken, denn die Haut in Mund UND im weiblichen Intimbereich ist erstens zum Teil Schleimhaut und zweitens um ein vielfaches dünner als normale Haut. Beim Liebesspiel können so kleinste Verletzungen entstehen, die man gar nicht bewerkt, durch die aber Krankheitserreger eindringen können. Zusätzlich kann ein Lecktuch auch vor weiteren Infektionsrisiken, wie Hepatitis A, Darmparasiten oder Darmbakterien schützen.
Hundertprozentigen Schutz kann so ein Tuch natürlich nicht bieten – richtig angewendet macht es den Oralverkehr mit einer fremden Person jedoch um ein vielfaches sicherer. Um einen guten Halt zu ermöglichen, tragt am besten etwas Gleitgel auf den Intimbereich der Frau auf, worauf ihr dann das Lecktuch legt; es saugt sich dadurch sozusagen fest. Benutzt jedes Tuch nur einmal und bei einer Person. Auf keinen Fall darf das Tuch gewendet oder an der Oberfläche mit Fingern berührt werden, die zuvor woanders hin gewandert sind – doch das versteht sich, denke ich, von selbst.
Wer nun “auf den Geschmack gekommen ist”, der findet die Dental Dam Lecktücher hier im Shop – denn auch, wenn es in Internetforen immer wieder propagiert wird: Aus einem Kondom selber zurechtschneiden sollte man Lecktücher auf keinen Fall!

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am 17.Februar 2010 um 13:09
Hallo Linda,
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Es mag ja sein das die “Lecktücher” neu bei Orion im shop sind. Neu im Sinne von neuer Idee sind sie mit Sicherheit nicht. Ich erinnere mich genau das Anfang der neunziger Jahre, als Aids noch ein richtig großes Thema in den Medien und der öffentliche Wahrnehmung war- man erinnere sich- die Kombinationstherapie, war noch nicht erfunden und eine ganze Generation von schwulen Männern schien dem Tot geweiht – propagierte bereits Lilo Wanders in “Wahre Liebe” diese “Dental Dam Tücher”. Wobei damals besonders die Lesbenszene ins Visier genommen wurde, hielt man damals doch ein Überspringen des Virues auf diese Personengruppe für möglich. Indes es ist anders gekommen, von den Tücher habe ich nie mehr was gehört, bis heute morgen
Selber ausprobiert habe ich sie selber nie, kann mir allerdings ihre Anwendung ohne das sie Lustkiller sind, eigentlich nur schwer vorstellen, sorry!
Theo
am 17.Februar 2010 um 16:17
Hallo Theo,
ja natürlich – “neu” im Sinne von “neu erfunden” sind solche Tücher nicht – mir waren sie allerdings bis vor kurzem unbekannt und auch ins ORION-Sortiment haben wir sie neu aufgenommen. Grund dafür ist nicht zuletzt auch das hoffentlich wiedererwachende Bewusstsein um HIV/ AIDS & Co., das in den letzten Jahren ja leider etwas in Vergessenheit geraten war.
Natürlich kann man Kondomen und eben auch Lecktüchern jegliche Erotik absprechen und sie sogar als Lustkiller sehen – das macht sie aber nicht weniger wichtig im Kampf gegen Geschlechtskrankheiten aller Art. In einem Punkt stimme ich dir allerdings zu: Das deutsche Wort “Lecktuch” zusätzlich abwertend und unerotisch weshalb wir in Zukunft vielleicht doch lieber beim englischen Begriff “Dental Dam” bleiben sollten.
Ich finde jedoch immer, dass die eigene Gesundheit und die des Partners wichtiger ist, als ein kurzfristiges Vergnügen – sei die Wahrscheinlichkeit der Ansteckung auch noch so gering. Deshalb sind Lecktücher meiner Meinung nach eine gute Alternative zum gänzlichen Verzicht auf Oralsex – denn wer will das schon?
In diesem Sinne, viele Grüße aus Flensburg, Linda vom ORION-Blogger-Team
am 17.Februar 2010 um 16:52
Werte Linda,
wenn das bei dir bzw. der Leserschaft so angekommen ist, dass ich gegen den Gebrauch von Dental Dams wettern wollte, bitte ich dies zu verzeihen. Natürlich ist der Gebrauch durchaus vernünftig! Besonders in “unübersichtlichen Situationen” ( schließlich haben wir heute Aschermittwoch). Aber in der Praxis sind D.D.s wenig verbreitet, so habe ich noch keinen Swingerclub gesehen der neben den obligaten Kondomen auch Packungen mit Dental Dams an den Spielwiesen liegen hatte. Und das,obwohl es Bestrebungen D.D.s zu etablieren schon recht lange gibt. Auf mehr als diese “historische ” Komponente wollte ich eigentlich nicht mit meinem Kommentar hinweisen. Überigels habe ich noch folgendes zum Thema Gefunden:
http://www.youtube.com/watch?v=7MOl9dKEMac&feature=related
ist vielleicht eine ganz nette Ergänzung zu deinem Blogbeitrag:-)
schönen Feierabend
theo