Im 19. und bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts ging es in Sachen Liebe, Lust und Leidenschaft – bis auf wenige Ausnahmen – bekanntlich ziemlich prüde zu. Wie verklemmt und unlocker Sex damals gesehen wurde, zeigt eindrucksvoll ein alter Sexratgeber aus dem Jahre 1894. Er ist damals in England als Hilfestellung für Ehepaare erschienen und wurde nun neu aufgelegt. Die “Regeln”, die Frauen laut der Autorin Ruth Smythers befolgen sollen, kann ich zu Glück nicht bestätigen, denn sie beschrieb den Sex als “…das abscheulichste und schmerzhafteste, dass irgendwie ertragen werden muss.” Ihr Geheimtipp: “Gib dich wenig, gib dich selten, aber vor allem gib dich nur widerwillig hin”.
Trotzdem ist die Lektüre dieses “Anti-Sex-Ratgebers” äußerst amüsant und interessant, zumal man dadurch sieht, wie froh Frauen und Männer sein können, dass wir heute in so einer so freien, ungezwungen Zeit leben, wo jeder auf seine Kosten kommen und seine Lust ausleben kann – zum Beispiel auch mit Sextoys aller Art.
Das Buch ist bis jetzt leider erst in England erschienen, deshalb hier ein paar der krassesten Auszüge für Euch. Viel Spaß beim Wundern und Staunen!
1. Tipp: “Hebt er ihr Kleid und versucht sie zu liebkosen, sofort den Rock wieder runterziehen, vom Bett springen, ihm mitteilen, dass die Natur sie dränge die Toilette aufzusuchen.” (Anm. d. Redaktion: Drama Queen lässt grüßen!)
2. Tipp: “Der ideale Ehemann wäre der, der sich seiner Braut nur aus dem Grund der Fortpflanzung annähert. Aber so viel Selbstlosigkeit kann man von einem Durchschnittsmann nicht erwarten”. (Wie überaus egoistisch!)
3. Tipp: “Die meisten Männer fordern – wenn nicht verweigert wird – jeden Tag Sex ein”. (Ja, richtig so!)
4. Tipp: “Die weise Braut zeigt sich ihrem Mann nie nackt. Sie wird in den ersten Monaten der Ehe ihre Erlaubnis nur zu maximal zwei mal Sex pro Woche geben. Mit der Zeit sollte sie alles unternehmen, um die Frequenz zu senken”. (Der arme Mann – und die arme Frau, die daran glaubt und nie ihre Lust entdeckt!)
5. Tipp: „Müdigkeit und Kopfschmerzen sind die besten Freunde der Ehefrau.”
6. Tipp: “Ist Sex unausweichlich, sollte er in absoluter Dunkelheit stattfinden und die Ehefrau sich tot stellen. Jede noch so kleine Regung von ihr könnte sonst vom Ehemann als Lust gedeutet werden”. (Ja, eben, Lust – Die sollte doch im Mittelpunkt stehen!)
7. Tipp: Von Natur aus „sind die meisten Männer eher pervers. Sie nutzten jede kleinste Gelegenheit, für die widerlichsten Praktiken. Dazu zählen neben dem normalen Sexakt, den weiblichen Körper abzuküssen und ihre eigene Abscheulichkeit ihrem Munde anzubieten”. (Abscheulichkeit? Verstehe ich nicht!
)
8. Tipp: “Nach dem Sex fängt die weise Braut sofort an, über anstehende Aufgaben, die er am nächsten Tag zu erledigen hat, zu zetern”. (Zetern, mein Gott, der arme Mann!)
…und so geht das ganze Buch weiter! Was für ein schreckliches Bild der schönsten Nebensache der Welt. Zum Glück scheint es nicht überall so schrecklich gewesen zu sein. Überzeugen könnt Ihr Euch davon mit unserer DVD “Alte Liebe” mit den ersten Erotikfilm-Dokumenten vom Anfang des letzten Jahrhunderts.



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