Wenn es um sexuelle Fantasien geht, bin ich persönlich immer etwas zwiegespalten: Sollte man sie ausleben, oder nicht? Es gibt keine allgemeingültige Antwort dafür, ich möchte aber mit diesem Artikel versuchen, Euch meine Meinung näher zu bringen.
Natürlich sollte man nicht all seine Fantasien ausleben, vor allem nicht, wenn der Partner sie wirklich nicht teilen möchte. Euch sollte aber auch klar sein, dass sexuelle Fantasien – auch solche mit extremeren Inhalten – ganz normal sind und dass fast jeder sie mal hat. Solange sie nicht ausschließlich die Sexualität bestimmen, sind solche Fantasien völlig normal und man muss sich wirklich nicht dafür schämen – vor allem nicht vor sich selbst.
Wenn es jedoch zum gemeinsamen Ausleben der Fantasien kommt, sollte man recht vorsichtig sein: Manche Dinge, die man selbst vielleicht als okay empfindet, können für den Partner eventuell erniedrigend, unangenehm oder sogar schmerzhaft sein. Auf der anderen Seite ist es natürlich auch nicht gut, seine Wünsche und Vorstellungen ganz für sich zu behalten und zu unterdrücken, um den Partner nicht zu verärgern. Zu dieser Taktik neigen wir Frauen ja bekanntlich häufig, denn all zu oft sehen unsere sexuellen Bedürfnisse ganz anders aus, als das, was wir unserem Partner zeigen. Erstaunlicherweise sind weibliche Wünsche oft gar nicht so weit entfernt, von dem, was Männer sich erträumen.
Damit Männer, wie Frauen, beim Sex mehr auf ihre Kosten kommen, gibt es daher nur einen Weg: Sie müssen miteinander reden und sich einander anvertrauen. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen und einen Anfang zu finden, nachdem man vielleicht schon mehrere Jahre zusammen ist, ist natürlich um so schwerer. Trotzdem führt meiner Meinung nach kein Weg an einem Gespräch vorbei, denn so sehr man sich auch bemüht: Wenn es im Bett nicht klappt, kann eine Beziehung nicht dauerhaft sein und beide zufrieden sellen bzw. glücklich machen.
In den allermeisten Fällen findet der Partner die Wünsche des anderen gar nicht schlimm, ganz im Gegenteil: er genießt es, die echte Lust des anderen zu spüren und ihn zum Höhepunkt zu bringen. Auch ausgefallenere Fantasien kann und sollte man daher – wenn manchmal auch nur in etwas abgewandelter, softerer Form – gemeinsam ausleben.
Einen Anfang kann man zum Beispiel machen, indem man sich gemeinsam Erotikfilme anschaut und den Partner dann fragt, ob ihm so etwas auch gefallen würde. So kommt man miteinander ins Gespräch und hat zumindest schon mal eine Basis, auf der sich aufbauen lässt. Auch gut: Wenn man gerade beim Liebesspiel ist und der Partner zufällig etwas “in die richtige Richtung” macht (sprich: Euch etwas härter anfasst o.ä.), dann könnt Ihr ihn bestärken, indem Ihr ihm sagt, dass Euch das gefällt.
Wer es eher auf die humorvolle Art mag, der kann sich mal im Spielesortiment von Orion umschauen. Dort findet ihr einige Accessoires, die einen humorvollen Einstieg in einen erotischen Abend – inklusive gegenseitigem “Abtasten” – ermöglichen. Auch gemeinsam ein erotisches Hörbuch zu genießen, kann helfen, über seine Wünsche ins Gespräch zu kommen.
Wenn Ihr jedoch glaubt, ernsthafte Probleme mit Euren sexuellen Fantasien zu haben und meint, dass Ihr damit nicht allein zurecht kommt, findet Ihr hier Adressen und Links von seriösen Sexualberatungen, von Dr. Sommer bis Pro Familia.