Auf dem Weg von Kopenhagen Richtung Heimat hat die Zuggesellschaft unserer dänischen Nachbarn für alles gesorgt – ein Servicewagen sorgt mit Getränken und kleinen Leckereien fürs Wohlbefinden, und an nahezu jedem Platz befindet sich eine Zeitschrift mit dem Titel “Ud & se” (Deutsch: Raus und sehen).
Darin habe ich einen interessanten Artikel zum Thema “Andere Länder andere Sitten” entdeckt. Es geht dabei um sogenannte “love huts” (Deutsch: Liebeshütten), die von den Bewohnern Kambodschas erbaut werden. Kambodscha ist bis heute nur bedingt mit neumodernen Dingen wie zum Beispiel dem Internet ausgestattet. Wie läuft es also da mit der Partnerwahl, ohne Singlebörsen und Flirtchats?
Hat eine Familie eine Tochter, bekommt diese ab einem gewissen Alter von ihren Eltern eine “love hut”. Da kann sie dann fortan ganz ungestört Besuch von männlichen Ehe-Anwärtern bekommen und sie in aller Ruhe, ohne dass Mama und Papa dazwischenfunken, kennenlernen. Die jungen Männer haben dann die Möglichkeit, ihnen ihre Liebe zu beweisen und dann wird irgendwann geheiratet. ![]()
Nicht selten kommt es dabei zum Geschlechtsverkehr – somit fällt “kein Sex vor der Ehe” schon mal aus. Der eigentliche Sinn ist allerdings nicht die “freie Liebe”, sondern dass die jungen Frauen sich selber ihren zukünftigen Mann aussuchen können. Ein Problem bei dieser Art Partnervermittlung: Hin und wieder kommt es zu ungewollten Schwangerschaften, da Empfängnisverhütung nicht besonders groß geschrieben wird.
Auf den ersten Blick ist dies für uns sicherlich eine eher ungewöhnliche Art einen Partner zu finden, doch die Mädchen werden hier nicht unter Druck gesetzt und haben freie Partnerwahl, und dürfen sich verlieben in wen sie wollen, ohne traditionelle Zwänge. Ein Wort wie Scheidung existiert in diesem Kulturkreis laut der Zeitschrift kaum. Nur in Sache ungeschütztem Geschlechtsverkehr sollte man unbedingt etwas unternehmen!

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