Während die Ursachen für einen Fetisch oft kaum nachzuvollziehen sind, wird die tatsächliche Verbreitung solcher Neigungen in der Bevölkerung immer deutlicher: Wo die meisten “Betroffenen” sich früher nie getraut hätten, ihre Leidenschaft an die Öffentlichkeit zu tragen, sind die meisten Fetische heute aus der dunklen Ecke heraus gekommen und finden sich in Medien, Mode & Kultur wieder. Vor allem aber das Internet hat mit seinen vielen Möglichkeiten des Meinungsaustausches dazu beigetragen, dass aktive Fetischisten Gleichgesinnte finden können und ”Außenseitern” der Schrecken vor der vermeintlich perversen Fetisch-Welt genommen wird. In Musikvideos und Filmen tragen die Stars heute wie selbstverständlich Fetisch-Mode und Künstler oder Regisseure verarbeiten in ihren Werken immer öfter Elemente aus der Subkultur. Mit anderen Worten: Die allermeisten Fetische empfinden wir heute nicht mehr als Tabu, sondern bereichern damit sogar auch als “Vanillas” immer öfter unser eigenes Liebesspiel.
Doch das macht uns natürlich noch lange nicht zu waschechten Fetischisten. In der heutigen Zeit stellt sich also nicht mehr die Frage, ob Fetischisten pervers sind, sondern wie man “echten” Fetischismus eigentlich von der reinen Pop-Kultur abgrenzt. Was ist ein echter Fetisch und was nur bloße Modeerscheinung oder ganz normale sexuelle Präferenz mit einer Schwäche für den Reiz des Besonderen? Und wie erkenne ich, ob ich selbst eine echte Neigung habe? Denn sexuelle und optische Vorlieben für bestimmte Eigenschaften oder Looks hat wohl jeder – ob er/ sie nun auf Muskeln, braune Augen oder blonde Haare, große oder kleine Brüste, kurze Röcke oder High Heels steht.

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