Nach künstlerisch wertvollen pornografischen Produktionen, wie “Intimacy”, “Lie with me” oder “9 Songs”, kommt heute zum ersten Mal ein erotischer Arthouse-Film in die Kinos, der aus Deutschland stammt: Mit “Bedways” hat Regisseur RP Kahl ein filmisches Low-Budget-Experiment gewagt, das trotz der Hardcorebilder mehr Drama als Porno – und gerade deshalb so spannend ist. Eine kurze Zusammenfassung der Handlung:
Nina (Miriam Mayet) ist Nachwuchsregisseurin und will einen Film mit echtem Sex und echten Gefühlen – aber ohne Drehbuch und ohne eigentlichen Plan drehen. Dazu bittet sie ihren Ex-Freund Hans (Matthias Faust) und die Schauspielerin Marie (Lana Cooper) zu Probeaufnahmen in eine heruntergekommene Berliner Altbauwohnung. Nina hofft für ihr Projekt auf Inspiration durch die Interaktion der beiden Schauspieler vor der Kamera. Trotz der unterkühlten, unromantischen Atmosphäre brodeln die unterdrückten Gefühle, Wünsche und Hoffnungen der drei von Beginn an hinter der Fassade: Obwohl alle sich cool geben und die (körperliche) Nähe Anfangs nur spielen, wird sehr schnell deutlich, dass sich alle in Wirklichkeit nach echter Liebe sehnen, aber vor allem auch große Angst haben, verletzt zu werden. Als jedoch nach und nach gespielter und echter Sex verschwimmen, lassen sich alle drei in das entstandene erotisch-emotionale Vakuum fallen und steuern einem Ende entgegen, das sie sicher so nicht erwartet haben.
Den schon veröffentlichten Filmausschnitten und Trailern nach zu urteilen, ist die Grundstimmung des Films zwar etwas unterkühlt, spiegelt aber gerade auf diese Weise sehr gut die innere Kälte und Verlorenheit der drei Protagonisten wieder. Insgesamt wirkt er auf mich sehr vielversprechend, denn wie wir alle wissen, sind gute und anspruchsvolle Filme mit expliziten Bildern so selten, wie nur irgendwas.
Mein Tipp für’s Wochenende deshalb: Den Partner schnappen und ins nächste Programmkino mitschleifen, um dann – angeregt von den Bildern – zuhause über ihn herzufallen und sich zu freuen, dass Ihr Euch nicht mehr alleine auf verwirrende sexuelle Kreuzzüge begeben müsst.

(3 Stimmen / Bewertung: 4,00 von 5)



Die Deutschen und die Pornos. Jeder hat wohl schon mal einen gesehen. Aber offiziell darüber sprechen ist eher selten angesagt, denn nur die wenigsten stehen da zu, dass sie Pornos schauen. Ob Hardcore oder Softcore, heterosexuell, homosexuell, bisexuell oder Fetisch - da sind heute bei den Filmen definitiv keine Grenzen mehr gesetzt. Nicht selten dienen die Filme als spannende Abwechslung, heiße Anregung oder zur erotischen Erregung. Eine Menge Auswahl, dafür dass die Meisten behaupten “so etwas” nicht zu gucken.
Laut einer dänischen Studie für die Zeitschrift “Psychology Today” glauben die meisten Männer und Frauen, die Hardcore-Filme konsumieren, dass sich der Konsum auch positiv auf ihr Leben auswirken kann. Sie sehen Verbesserungen in Bezug auf ihr Sexualleben, ihr Wissen über Sex, ihr Verständnis für das andere Geschlecht und sogar ihre generelle Lebensqualität. Interessant ist dabei, dass die jenigen, die am meisten Pornos konsumieren und die Inhalte als am realistischsten einstufen, auch die größten positiven Effekte darin sehen.