Was es nicht alles gibt… Wusstet Ihr, dass Männer gegen Ihr eigene Samenflüssigkeit allergisch sein können? Oder dass in manchen Fällen auch Frauen allergisch auf Sperma reagieren?
Niederländische Wissenschaftler, die sich im Zuge Ihrer Untersuchungen mit ungewöhnlichen Sex-Phänomenen befassen, haben neben der Forschung am “Restless Genital Syndrome” (Erregungsstörung/Sexsucht durch beschädigte Nerven im weiblichen Genitalbereich) das “Post Orgasmic Illness Syndrom” (kurz POIS) zu Ihrem Hauptthema gemacht. POIS bezeichnet eine Allergie gegen die körpereigene Samenflüssigkeit – Spermaallergie, die erstmals 2002 von den Medizinern Marcel D. Waldinger und Dave H. Schweitzer beschrieben wurde.
Die Symptome (beim Mann) können beim Ausbruch der Spermaallergie unter anderem Müdigkeit, Kopfschmerzen, brennende Augen und andere grippale Anzeichen sein. Schuld daran sind nach Aussage der niederländischen Forscher der Uni Utrecht vermutlich bestimmt Proteine, die sich im Ejakulat des Mannes befinden. Denn bei den Probanden traten nur nach der Masturbation mit Samenerguss die ebengenannten Krankheitsgefühle auf. Kamen sie nicht zum Höhepunkt und somit nicht mit Samen in Berührung, ging es ihnen nach wie vor gut.
Das Krankheitsgefühl verschwand bei manchen der Probanden nach ein paar Stunden, bei anderen äußerten sich die Symptome noch nach Tagen. Die Gefahr hierbei ist zum Einen, dass keine Behandlung stattfindet weil die Betroffenen gar nicht ahnen, worauf Ihr Körper so reagiert und zum Anderen, dass sexuelle Aktivitäten im Laufe der Zeit vermieden werden.
Im Laufe dieser Wissenschaftlichenuntersuchungen wurden bei einem Teil der 45 Männer mit POIS unter anderen Hauttests durchgeführt, bei denen man ihnen eine verdünnte Lösung ihres eigenen Spermas unter die Haut gespritzte. Die Forscher berichten von deutlichen Reaktionen. Zwei der Probanden unterzogen sich einer Hyposensibilisierung. Bei ihnen stellte man nach längerer regelmäßiger Behandlung einen Rückgang der Symptome fest.
Damit ist die langjährige Vermutung, dass es sich um eine psychische Reaktion handelt, nahezu widerlegt. Denn die allergischen Reaktionen des Körpers auf das Sperma zeigen, dass es sich um eine Autoimmunkrankheit handelt. Bei einer solchen Krankheit regiert das Immunsystem überempfindlich auf körpereigenes Gewebe. Diese neuen Erkenntnisse, nannte Forscher Waldinger einen großen Durchbruch.
Eine genaue Zahl der Betroffenen Allergiker gibt es allerdings nicht, doch man rechnet damit, dass etwa 0,25 bis 1% der Bevölkerung an einer solchen Spremaallergie leiden könnten. Laut des Ärzteverband Deutscher Allergologen / Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie wurden bis zum Jahre 2000 auf der ganzen Welt offiziell 60 Fälle registriert die allergisch auf Samenflüssigkeit reagierten.
Wie bereits erwähnt, können auch Frauen auf den männlichen Samen allergisch reagieren. Bei weiblichen Allergiepatienten geht es allerdings von den Symptomen anders als den männlichen her. Bei den Frauen kann die allergische Reaktion auf das Ejakulat sogar gefährlich sein! Durch Schlucken oder einfaches berühren des Spermas, kann es neben Reizungen der Haut, Durchfall, Erbrechen, Asthma ähnlichen Reaktionen, in ganz schlimmen Fällen zu einem anaphylaktischer Schock kommen, was einen lebensbedrohlichen Zusammenbruch des Nervensystems zur Folge hat.
Falls man sich als Frau nicht sicher ist ob man an einer Spermaallergie leidet, wäre der einfachste Test die Verwendung eines Kondoms beim Sexakt. Falls dann keine Allergiesymptome auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden um sich Gewissheit zu verschaffen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Die Wahrscheinlichkeit durch eine Hypersensibilisierung geheilt zu werden ist hoch.
Quelle: spiegel online


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