Warum küssen wir? Ist es noch ein Überbleibsel unserer Vorfahren, als die Mutter ihr Baby noch mit Nahrungsbrei von Mund zu Mund fütterte? Oder hat Herr Freud Recht und wir erinnern uns unterbewusst an die Zeit, als wir noch gestillt wurden? Oder stimmt die Aussage von Ernst Bornemann, der meint, dass das Küssen eine sanftmütigere Weiterentwicklung des Beißens sei?
Ethnologen (Völkerkundler) meinen, wir Menschen küssen nicht erst seit ein paar tausend Jahren, sondern schon seit der Urzeit. Die Bestätigung hierfür sehen sie darin, dass Schimpansen auch küssen.
Die Kulturwissenschaftlerin Ingelore Ebberfeld meint, dass das Küssen vielmehr eine eindeutige sexuelle Kontaktaufnahme sei. Sie meint, dass es dem Schnüffeln und Lecken am Hinterteil, wie wir es von Hunden kennen, gleichkommt. Dies alles dient dazu, um abzuklären, ob wir uns “riechen” können. Mit dem Ausstoß von Duftstoffen versucht die Natur Inzest zu vermeiden. Durch unseren aufrechten Gang musste die Evolution einen anderen Weg finden, um diese Geruchsprüfung durchzuführen.
Vielleicht trifft ja einiges der Damen und Herren mehr oder weniger zu. Hauptsache, wir halten uns weiterhin an das Motto “Rote Lippen soll man küssen, denn zum Küssen sind sie da” – und bloß nicht mehr an die Hunde denken!


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