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Vor der Liebe kommt die Eigenliebe

Erstellt in Mehr Spaß zu zweit von Anne am 16.März 2010

Symbolfoto - EigenliebeImmer, wenn ich in meiner Teenager-Zeit von Komplexen, Selbstzweifeln und Liebeskummer geplagt wurde, hat mir meine Oma die folgende Weisheit mit auf den Weg gegeben: “Kind, bevor du von jemand anderem geliebt wirst, musst du zunächst mal lernen, dich selbst zu lieben!”.

Obwohl sie diesen Spruch sicher nicht unbedingt auf die körperliche Liebe bezogen hatte, so passt er doch auch in Sachen Sex wie die Faust aufs Auge. Denn vor allem wir Frauen haben ja bekanntlich oft das Problem, dass wir gar nicht wissen, was uns im Bett gefällt. Doch wie soll unser Partner uns glücklich machen, wenn wir nicht mal selbst die Reaktionen des eigenen Körpers kennen? Denn eins ist klar: Jede Frau hat andere Bedürfnisse und kein Mann kann hellsehen. Deshalb möchte ich mich heute mal wieder mit dem oft unterschätzten Thema “Eigenliebe”, sprich der lustvollen Selbstbefriedigung beschäftigen, denn sie ist nicht unanständig, sondern die Grundlage für eine erfüllte Sexualität.

Natürlich gilt alles, was ich oben geschrieben habe auch für Männer – normalerweise haben sie aber anders, anders als viele Frauen, kaum Probleme damit sich selbst zu verwöhnen und den eigenen Körper so kennenzulernen. Frauen hingegen sind eher dazu erzogen worden, ihre eigene Lust hintenan zu stellen und schämen sich sogar oft vor sich selbst, wenn sie “Hand anlegen”. Doch genau diese Scham ist dann später oft der Grund für Probleme in der Beziehung. Denn nur, wenn beide Partner sich völlig fallen lassen können und ihre Bedürfnisse kennen, kann der Sex auch dauerhaft funktionieren.

Der erste Schritt ist daher, seinen eigenen Körper kennenzulernen. Geht dazu behutsam vor. Macht es Euch nach dem Baden mit ein paar Kerzen und Musik im Schlafzimmer gemütlich und stellt Euch nackt vor den Spiegel, um Euch eingehend zu betrachten. Achtet vor allem auf die Details Eures Körpers, die Euch besonders gefallen. Denn nur, wenn Ihr Euch selbst attraktiv findet, könnt Ihr Euch auch anderen so präsentieren. Ihr könnt Euch auch einen kleinen Handspiegel nehmen und im Knien Eure Scham begutachten. Einige Frauen wissen z.B. gar nicht, wo ihre Klitoris liegt – und die ist schließlich entscheidend für den weiblichen Orgasmus. Macht es Euch danach im Bett bequem und fangt an, Euch sanft zu streicheln. Es muss gar nicht sofort an den Hot Spots sein – streicht Euch zunächst über Lippen, Hals, Bauch und Schenkel. Liebkost dann Eure Brüste – drückt mal kräftig zu und zupft ein anderes Mal nur sanft an den Nippel – was gefällt Euch, was ist eher unangenehm?

Nun könnt Ihr langsam mit den Händen nach unten wandern. Umschließt zunächst den gesamten Schambereich mit der flachen Hand. Lasst dann die Finger spielen, taucht kurz ein, um Euch ein wenig Feuchtigkeit zu holen und gleitet dann wieder sanft nach oben in Richtung Kitzler. Falls es Euch nicht rutschig genug ist, könnt Ihr auch ein wenig Gleitmittel zur Hilfe nehmen. Testet aus, ob Ihr es lieber kräftiger oder sanfter mögt und horcht in Euch hinein, auf welche Berührungen der Körper reagiert. Ihr könnt Euch so lange Ihr wollt Euren eigenen Liebkosungen hingeben – und werdet Euch danach wie neu geboren fühlen.

Wenn Ihr diese “Testphase” abgeschlossen habt, solltet Ihr unbedingt das ein oder andere Sextoy zur Hilfe nehmen, denn damit lassen sich viel besser “reale” Sex-Situationen simulieren. Schöne Einsteigermodelle in einem angenehm zurückhaltenden Design sind z.B. die Toys aus der Serie Close2You. Wenn Ihr bislang immer nur klitoral zum Orgasmus kommen konntet und wissen möchtet, ob Ihr auch zu einem vaginalen Orgasmus fähig seid: Nehmt Euch den “Opus” oder den “Harmonia” zur Hand und stimuliert damit Euren G-Punkt. Wenn Ihr es schafft, Euch so zum G-Punkt-Orgasmus zu bringen, könnt Ihr Eurem Partner beim Sex auch zeigen, was er machen muss, damit ihm das Gleiche gelingt.

Für Männer gilt dasselbe, allerdings in einer etwas abgeänderten Form: Wenn Ihr z.B. gerne mal die anale Stimulation ausprobieren wollt, aber noch nicht wisst, ob Eure Freundin das mitmachen würde, fallt am besten nicht gleich mit der Tür ins Haus. Besorgt Euch stattdessen lieber erstmal ein Analtoy, mit dem Ihr Euch dann selbst stimuliert. Wenn Ihr merkt, dass es Euch gut gefällt und Ihr nicht darauf verzichten wollt, sprecht mit Eurer Partnerin darüber. Ihr werdet sehen, meist wird sie sich freuen, wenn sie Euch noch mehr verwöhnen kann.

Es gilt also in der Liebe genauso, wie beim Sex die unumstößliche Regel “Wenn man sich nicht selbst liebt, kann man auch vom Partner nicht so geliebt werden, wie man es sich wünscht.” Und mal ganz nebenbei gesagt: Diese Art der Eigenliebe bringt doch auch unglaublichen Spaß – warum also darauf verzichten? ;-)

Mehr Interessantes und erotisches rund ums Thema Eigenliebe findet Ihr auch in der neuen Ausgabe des Erotikmagazins “Feigenblatt”.

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