Auch in Donatien Sades letzten Jahren war ihm das Glück nicht wohl gesonnen. Im Jahr 1801 kam der konservative Napoléon Bonaparte an die Macht und Sade wird für die Veröffentlichung von „Justine“ und „Juliette“ erneut ohne Gerichtsverhandlung 6. März desselben Jahres eingesperrt. Zunächst inhaftierte man ihn in Sainte-Pélagie und dann in Bicêtre. Schließlich erklärte man ihn zwei Jahre später, am 27. April 1803, für verrückt und ordnete eine lebenslange Sicherheitsverwahrung im Irrenhaus von Chareton an.
Hier verfasste er die biografischen Romane „La Marquise de Gange“ (“Die Marquise de Gange”, 1813 gedruckt) sowie die erst post hum publizierten „Adélaïde de Brunswick, princesse de Saxe“ (“Adelheid von Brunswick, Prinzessin von Sachsen”, 1812) und die „Histoire secrète d’Isabelle de Bavière“ (“Die geheime Geschichte der Isabelle de Bavière, 1813). Außerdem führte er auf der Bühne der Anstalt mehrere Theaterstücke auf, an denen er selbst teilnahm und jeweils einen geistesgestörten Insassen mimte.
Am 2. Dezember 1814 starb er in Charenton bei Paris im Alter von 74 Jahren. Zu diesem Zeitpunkt hatte er über ein Drittel seines Lebens in Gefängnissen verbracht.
Nur 20 Jahre nach seinem Tod taucht in einem französischen Lexikon zum ersten Mal der Begriff “Sadismus” auf, mit dem man in dem Buch sexuelle Perversionen bezeichnet, bei der Lust nur durch Gewalt erreicht werden kann.
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