Nachdem ich Euch den Namenspatron des Masochismus, Leopold von Sacher-Masoch, schon vorgestellt habe, möchte ich Euch sein Pendant, den Namenspatron des Sadismus, den berühmten wie berüchtigten Marquis de Sade, nicht vorenthalten.
Geboren wurde er als Donatien Alphonse Francois Marquis de Sade am 2. Juni 1740 im Pariser Stadtpalast der Condés als Sohn des Comte de Sade, Seigneur de Saumane et de La Coste et Conseigneur de Mazan und der Comtesse de Sade und entstammt somit einem provenzalischen Adelsgeschlecht. Über seine Mutter war er weitläufig mit den Bourbonen, also der königlichen Familie, verwandt.
Ursprünglich sollte er auf die Namen Louis Aldonse Donatien getauft werden. Durch einen Registrierungsfehler in der Pariser Kirche Saint-Sulpice erhielt er jedoch die Namen Donatien Alphonse François, unter denen er auch heute noch bekannt ist.
Den ersten Teil seiner Kindheit verbrachte er im Schloss seiner Geburt. Aufgrund prekärer finanzieller Verhältnisse wurde der junge de Sade im Jahr 1744 zum väterlichen Familienzweig in die Provence geschickt. Dort wuchs er zunächst bei Tanten, später bei seinem Onkel, dem Abbé de Sade d’Ebreuil, auf. Sein freidenkerischer Onkel erzog den jungen Donatien und übte somit großer Einfluss auf ihn aus.
Im Alter von 10 bis 14 Jahren schickte man ihn auf das Collège Louis-le-Grand, später auf die Offiziersschule École des Chevaux-Légers in Versailles für junge Hochadelige, wo er mit 15 zum Offiziersanwärter avancierte. Nur ein Jahr später zog er als Soldat in den Siebenjährigen Krieg (1756–1763) und wurde in dessen Verlauf mehrfach befördert.
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