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Schmerzhafter Körperkult Teil 1: Cutting

Erstellt in Bizarr von A bis Z von Christine am 7.Juni 2012

Cutting kommt vom englischen “to cut” für “schneiden”. Seinen Ursprung hat die auch Skarifikation genannte Körperkunst in den Gebräuchen afrikanischer und ozeanischer Stämme. Hier galten die in die Haut geritzten Ziernarben nicht nur der Attraktion des anderen Geschlechts. Sie zeigten auch die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Stamm oder sagten etwas über den sozialen Status des Trägers innerhalb der Gemeinschaft aus. Einige Narben markierten auch wichtige Ereignisse im Leben des Trägers wie etwa eine Initiation oder die Geburt eines Kindes. Selbst zu Heilzwecken und um mit den Göttern in Kontakt zu treten, wurden mit unter Vernarbungsrituale eingesetzt.

Begonnen wurde mit dem Körperschmuck in der Regel mit Einsetzen der Pubertät. Mit der fortschreitenden Verzierung konnten die Narben den Rücken, den Bauch sowie Arme und Beine bedecken. Eingeritzt wurden sie mit Klingen oder Nadeln. In die frische Wunde wurde dann Asche, Holzkohle oder etwas Ähnliches eingerieben, um die Bildung von Narbenwucherungen, sogenannten Keloiden, zu fördern.

Heute wird in den westlichen Gefilden natürlich deutlich hygienischer gearbeitet. Im Wesentlichen werden zwei Formen unterschieden. Entweder wird mit einer Klinge schlicht in die Haut geschnitten oder es werden Areale mit Schnitten umgeben und die Haut in diesen Arealen dann abgezogen. Letzteres nennt man auch “Skin Removal” (engl. Hautentfernung). Das Skin Removal ergibt dann flächige Narben, während schlichte Schnitte einfache Linien ergeben. Geschnitten wird heutzutage mit sterilen Skalpellen. Die Bilder werden meist vorher auf die Haut gezeichnet oder von Folien übertragen.

Je nach Behandlung der Wunde entstehen entweder flache oder keloidisierte Narben. Einige Menschen neigen jedoch generell zu starker Keloidbildung. Bei ihnen lässt sich das nicht steuern. Es ist also im Vorfeld, wenn man ein größeres Cutting möchte, interessant herauszufinden, welcher “Vernarbungstyp” man ist. Natürlich muss das Areal eine ganze Weile gründlich gepflegt werden, um schmerzhafte Entzündungen zu vermeiden. Die Narbenbildung wird mit teils abenteuerlich anmutenden Behandlungen wie etwa mit Essig gezielt stimuliert. Je nach Wunschergebnis werden die Wunden aber auch nur sauber gehalten und sonst in Ruhe gelassen.

Cuttings sind eine mehr oder weniger schmerzhafte Entscheidung fürs Leben und sollten gut überlegt sein! Schaut Euch also den Künstler genau an, der Euch zu Leibe rücken wird. Fragt ruhig, wie viel Erfahrung er oder sie hat und wie oft sie Cuttings machen. Je mehr Erfahrung der- oder diejenige hat, umso besser.

Auch im Bereich des sexuellen Cuttings / Ritzen (siehe auch Blutfetisch) ist immer wieder zu betonen, dass Vorsicht geboten ist. Achtet darauf, dass Ihr Euch nicht zu arg verletzt. Beim privaten ”Blutvergießen” immer an die Infektionsgefahr denken. Auch was die Grenzen der Schmerzen angeht, seid stets behutsam und übertreibt es nicht!
Unbedingt abzusehen ist vor zu tiefen Schnitten, am Kopf, Hals, an Gelenken, Genitalien und an der Leiste. Außerdem sollte vor etwaigen Spielen überprüft werden, ob der Bottom blutverdünnende Mittel genommen hat. Sollte dies der Fall sein, ist von dem Cutting abzuraten, da dies unvorhersehbare Folgen haben kann. Durch die hohe Infektionsgefahr, solltet Ihr unbedingt Handschuhe tragen. Nadeln und Skalpelle sollten ausschließlich steril verwendet werden und daher nur aus Apotheken oder aus dem spezialisierten Handel erworben werden. Die Haut ist vorher zu reinigen und zu desinfizieren. Medikamente zur Nachbehandlung sollten bereits zur Verfügung stehen und bei Problemen solltet Ihr einen Arzt aufsuchen. Für einen Notfall solltet ihr außerdem die Notrufnummer 112 zur Hand haben.

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