Am 2. Juli 1789 , einige Tage vor dem Sturm auf die Bastille, schrie Donatien de Sade der vor der Bastille demonstrierenden Menge zu: “Sie töten die Gefangenen hier drinnen!” Was ihn dazu veranlasst hat, ist nicht bekannt. Jedoch war dieser Ausruf möglicherweise einer der Gründe, die die Pariser Bevölkerung dazu bewegten, die Bastille einzunehmen, die eigentlich ein Gefängnis für vornehme Leute war, denen es da nicht wirklich schlecht ging. Auch de Sade selbst lebte durchaus komfortabel. Er ließ sich außerhalb bekochen und möblierte seine Zelle nach Belieben – ein Zustand, von dem ein normaler Gefangener aus dem Volk nur träumen konnte.
Sofort nach diesem Vorfall verlegte man den Marquis in die Irrenanstalt in Charenton, was seiner Frau die Möglichkeit eröffnete, die Scheidung einzureichen – was sie auch umgehend tat. Am 9. April 1790 wird Donatien de Sades Ehe geschieden.
Die Französische Revolution war aber gewissermaßen ein Glücksfall für Donatien. In ihren Wirren interpretierte man seine Bücher plötzlich als Anklagen gegen die Dekadenz von Adel und Kirche. Infolge dessen und der Generalamnestie vom 13. März kommt er am 2. April 1790 frei. Er versichert zudem: “Ich habe gewiss nicht alles ausgeführt, was ich ersonnen habe, und ich werde es gewiss niemals ausführen.” Doch dieser Aussage zum Trotz frönt er weiter seinen bizarren Gelüsten, so dass mehrere Frauen nach seinen Angriffen in Krankenhäuser eingeliefert werden mussten.
Doch der Geist des Wandels macht auch vor dem Marquis de Sade nicht halt. Welche Auswirkungen er hatte, erzähle ich Euch im nächsten Teil seiner Biographie…
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