Leopold von Sacher-Masoch versuchte zeitlebens, seine bizarren Phantasien auszuleben. Schon von 1861-1865 hatte er seine erste masochistische Beziehung mit einer Frau namens Anna von Kottwitz, die er später in dem Werk „Die geschiedene Frau“ literarisch aufarbeitet.
Ab dem Jahr 1867 schließt er einen sechsmonatigen Unterwerfungsvertrag mit Fanny von Pistor, als deren Sklave er eine Italienreise unternimmt.
Nach diesen ersten Erfahrungen heiratete er im Jahr 1873 Aurora von Römelin, die unter dem Pseudonym Wanda von Dunajew ebenfalls als Schriftstellerin hervortritt. Mit ihr versucht er seine Phantasien umzusetzen. Ähnlich wie mit seiner Geliebten schließt Sacher-Masoch auch mit seiner ersten Ehefrau einen Vertrag, nach dem die Frau alles tun soll, um ihn zu unterwerfen – inklusive Peitsche. Zugleich verpflichtet sie sich, so oft wie möglich Pelz zu tragen. Hierin spiegeln sich deutliche Parallelen zu Sacher-Masochs bekanntem Werk „Venus im Pelz“ wider. Anders als im Roman sicherte sich Sacher-Masoch aber noch einen Freiraum. Sechs Stunden pro Tag sollte er ohne Demütigung verbringen können.
Die Ehe scheitert 1886. Nach dem öffentlichen Scheidungskrieg und Sacher-Masochs finanziellem Ruin wird es still um ihn. Mit seiner zweiten Ehefrau zieht er in das hessische Dorf Lindheim bei Frankfurt am Main, wo er am 9. März 1895 stirbt.
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