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Marquis de Sade: Seine literarischen Werke

Erstellt in Bizarr von A bis Z von Christine am 9.Juli 2010

Bild aus Sade seinen WerkenDer dunkle Marquis hat schon früh mit dem Schreiben begonnen und war dabei sein ganzes Leben über sehr produktiv. Daher findet Ihr hier auch nicht alle seiner Werke. Geschrieben hat er jedoch nicht nur die pornographischen Werke, für die er weltberühmt wurde, sondern auch philosophische und theoretische Abhandlungen.
Jedoch wurde er gerade für seine sexuellen Werke genauso berühmt wie berüchtigt. Nicht nur zu seiner Zeit schockten seine fantastischen, grausamen Ausschweifungen in seinen Büchern die (wenigen) Leser. Bis heute hat sich der Disput gehalten, ob sein Schaffen denn nun hohe Kunst und ein literarischer Genuss oder doch eher verbannenswerter, ekelhafter Schund ist. Zwischen diesen Extremen bewegt sich nämlich die Debatte. Und so wundert es auch nicht, dass einige seiner Werke schon 1877 auf dem Londonder Index librorum prohibitorum, dem Verzeichnis der verbotenen Bücher, landen. Die “Philosophie im Boudoir” erregt noch fast 100 Jahre später, nämlich 1963, so viel Anstoß, dass die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften es auf den Index setzt. Inzwischen ist es von dort allerdings wieder verschwunden und frei erhältlich. Ihr könnt Euch also selbst eine Meinung darüber bilden. ;)

Hier findet Ihr eine kleine Auswahl seiner zahlreichen Werke:

- Dialog zwischen einem Priester und einem Sterbenden – 1782
- Die 120 Tage von Sodom – 1785
- Justine – 1791
- Die unmoralischen Lehrer oder Philosophie im Boudoir – 1795
- Aline und Valcour – 1795
- Juliette – 1796
- Die Verbrechen der Liebe – 1800
- Marquise de Gange – 1813
- Adelheid von Brunswick, Prinzessin von Sachsen – 1812
- Die geheime Geschichte Isabellas von Bayern – 1813
- Korrespondenz (ed. Paul Bourdin) – 1929

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Marquis de Sade: Die letzten Jahre

Erstellt in Bizarr von A bis Z von Christine am 26.Juni 2010

Illustration aus de Sades WerkenAuch in Donatien Sades letzten Jahren war ihm das Glück nicht wohl gesonnen. Im Jahr 1801 kam der konservative Napoléon Bonaparte an die Macht und Sade wird für die Veröffentlichung von „Justine“ und „Juliette“ erneut ohne Gerichtsverhandlung 6. März desselben Jahres eingesperrt. Zunächst inhaftierte man ihn in Sainte-Pélagie und dann in Bicêtre. Schließlich erklärte man ihn zwei Jahre später, am 27. April 1803, für verrückt und ordnete eine lebenslange Sicherheitsverwahrung im Irrenhaus von Chareton  an.
Hier verfasste er die biografischen Romane „La Marquise de Gange“ (“Die Marquise de Gange”, 1813 gedruckt) sowie die erst post hum publizierten  „Adélaïde de Brunswick, princesse de Saxe“ (“Adelheid von Brunswick, Prinzessin von Sachsen”, 1812) und die „Histoire secrète d’Isabelle de Bavière“ (“Die geheime Geschichte der Isabelle de Bavière, 1813). Außerdem führte er auf der Bühne der Anstalt mehrere Theaterstücke auf, an denen er selbst teilnahm und jeweils einen geistesgestörten Insassen mimte.
Am 2. Dezember 1814 starb er in Charenton bei Paris im Alter von 74 Jahren. Zu diesem Zeitpunkt hatte er über ein Drittel seines Lebens in Gefängnissen verbracht.
Nur 20 Jahre nach seinem Tod taucht in einem französischen Lexikon zum ersten Mal der Begriff “Sadismus” auf, mit dem man in dem Buch sexuelle Perversionen bezeichnet, bei der Lust nur durch Gewalt erreicht werden kann.

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Marquis de Sade: Sades Wandel

Erstellt in Bizarr von A bis Z von Christine am 21.Juni 2010

Bild aus einem Werk SadesNach seiner Freilassung im Zuge der Generalamnestie und der Scheidung von seiner Frau Renée Pélagie lebt der Marquis de Sade fortan mit der Schauspielerin Marie-Constance Quesnet zusammen und veröffentlicht im Verlauf der Revolution eine Reihe erfolgreicher Werke. So spielte etwa die Comédie Française im September 1790 seinen „Misanthrope par amour“. Ein Jahr später erschien sein Roman „Justine ou les Malheurs de la vertu“ (“Justine oder die Mißgeschicke der Tugend”) und „Le Comte d’Oxtiern ou les Effets du libertinage“ (Der Graf  d’Oxtiern oder die Folgen der Libertinage”) wurde uraufgeführt.

Parallel dazu beteiligte er sich aktiv am politischen Geschehen. Trotz seiner aristokratischen Herkunft schloss er sich den radikalen Jakobinern an und vertrat die utopische Variante des Sozialismus. Trotz dieser Ideale verweigerte de Sade die Aufgabe seines Familienschlosses Lacoste in der Provence und Herausgabe seines Familienvermögens. Das hinderte ihn aber nicht daran, 1792 Sekretär der Assemblée des Sections de Paris zu werden. Schon ein Jahr später war er dann  Präsident in der Section des Piques, in der er sich verschiedenen politischen Projekten, unter anderem die Neubenennung der Pariser Straßen, widmete.

Während der Terrorherrschaft in den Jahren 1793 und 1994 geriet Donatien de Sade ins politische Abseits. Nachdem er als Richter im Prozess gegen seine ehemaligen Schwiegereltern Milde walten ließ, wurde er im Dezember 1793 von der Pariser Commune aufgrund von Moderantismus verhaftet und kurzfristig im Gefängnis von Carmes festgehalten. Später wurde er dann nach Saint-Lazare verlegt, bevor er am 15. Oktober 1794 die Freiheit wiedererlangte. Insgesamt verbrachte er mehr als ein Jahr im Gefängnis und wurde während dieser Zeit zum Tode verurteilt. Nur sehr knapp und mit Hilfe eines Zufalls entkam er der Guillotine dank des Sturzes des Diktators Robespierre am 28. Juli 1794. Das neue Regime des Directoire ließ ihn nach weiteren drei Monaten Haft endlich frei.
Erneut auf freiem Fuß veröffentlichte er im Jahr 1795 seine „La Philosophie dans le boudoir“ (“Die Philosophie im Boudoir”).

Materielle Not zwang ihn schon im Folgejahr sein Anwesen in Lacoste und die anderen Reste seines durch die Revolution dezimierten Besitzes zu verkaufen. Ab da lebte der ehemals verwöhnte Marquis mehr schlecht als recht von Gelegenheitsarbeiten, da seine diversen Werke, die er jetzt publizierte, kaum etwas einbrachten. Trotzdem erscheint 1797 sein Werk „L’histoire de Juliette“ (“Die Geschichte der Juliette”).

Noch im November desselben Jahres gerät Sade erneut in politische Bedrängnis, da sein Name irrtümlicherweise auf einer Emigrantenliste von 1792 geführt wurde. Zur gleichen Zeit lebten er und seine Lebensgefährtin Marie-Constance immer noch in großer Armut. Trotz der knappen finanziellen Mittel publiziert er im Jahr 1800 unter anderem die Novellensammlung „Les crimes de l’amour“ (“Die Verbrechen der Liebe”) sowie die romantheoretische Schrift „Idée sur les romans“ (“Gedanken zum Roman”).

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Marquis de Sade: Sade und die Französische Revoution

Erstellt in Bizarr von A bis Z von Christine am 17.Mai 2010

Graphik aus Sades WerkenAm 2.  Juli 1789 , einige Tage vor dem Sturm auf die Bastille, schrie Donatien de Sade der vor der Bastille demonstrierenden Menge zu: “Sie töten die Gefangenen hier drinnen!” Was ihn dazu veranlasst hat, ist nicht bekannt. Jedoch war dieser Ausruf möglicherweise einer der Gründe, die die Pariser Bevölkerung dazu bewegten, die Bastille einzunehmen, die eigentlich ein Gefängnis für vornehme Leute war, denen es da nicht wirklich schlecht ging. Auch de Sade selbst lebte durchaus komfortabel. Er ließ sich außerhalb bekochen und möblierte seine Zelle nach Belieben – ein Zustand, von dem ein normaler Gefangener aus dem Volk nur träumen konnte.

Sofort nach diesem Vorfall verlegte man den Marquis in die Irrenanstalt in Charenton, was seiner Frau die Möglichkeit eröffnete, die Scheidung einzureichen – was sie auch umgehend tat. Am 9.  April 1790 wird Donatien de Sades Ehe geschieden.

Die Französische Revolution war aber gewissermaßen ein Glücksfall für Donatien. In ihren Wirren interpretierte man seine Bücher plötzlich als Anklagen gegen die Dekadenz von Adel und Kirche. Infolge dessen und der Generalamnestie vom 13. März kommt er am 2. April 1790 frei. Er versichert zudem: “Ich habe gewiss nicht alles ausgeführt, was ich ersonnen habe, und ich werde es gewiss niemals ausführen.” Doch dieser Aussage zum Trotz frönt er weiter seinen bizarren Gelüsten, so dass  mehrere Frauen nach seinen Angriffen in Krankenhäuser eingeliefert werden mussten.

Doch der Geist des Wandels macht auch vor dem Marquis de Sade nicht halt. Welche Auswirkungen er hatte, erzähle ich Euch im nächsten Teil seiner Biographie…

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Marquis de Sade: Sein Bruch mit der Schwiegermutter

Erstellt in Bizarr von A bis Z von Christine am 7.Mai 2010

Radierung aus "Justine": Priester hat Sex mit JustineAuf die erneute Flucht ins Ausland nahm der Marquis heimlich seine junge Schwägerin Anne-Prospére, ein Stiftsfräulein (chanoinesse), mit. Die Mutter der so Entehrten entbrannte vor Wut und die Familie ließ ihn fallen. De Sades Schwiegermutter erwirkte einen königlichen Haftbefehl, den so genannten “lettre de cachet” gegen ihn, aufgrund dessen er bei seiner Rückkehr nach Paris am 13. Februar 1777 umgehend verhaftet und in die als Gefängnis dienende Festung Vincennes verbracht wurde, aus der er am 16 Juli 1778 floh. Jedoch schon reichliche vier Wochen später, am 26. August 1778 nämlich, wurde er wieder aufgegriffen. Als Konsequenz verbrachte de Sade die folgenden sechs Jahre im Bergfried der Festung. In dieser Zeit verfasst er unter anderem den philosophischen „Dialogue entre un prêtre et un moribond“ (“Dialog zwischen Priester und Sterbendem”) sowie die erste Fassung des Romans „Les cent vingt journées de Sodome“ (Vorfassung der “120 Tage von Sodom”). Im ORION-Fetisch-Shop: Marquis de Sade und seine gesammelten Werke.

Das ihm seit 1773 anhängige Todesurteil wurde dagegen 1778 aufgehoben. Sechs Jahre später unternahm de Sade einen weiteren Fluchtversuch und wurde aufgrund dessen in die Pariser Stadtfestung Bastille verlegt. Dort saß er weitere fünfeinhalb Jahre ein. Intellektuell waren auch die Jahre in der Bastille fruchtbar für de Sade. So konnte er sich beliebig Bücher bringen lassen und lesen. Schließlich begann er auch hier, in der Haft zu schreiben. Wegen der philosophischen und moralischen Anstößigkeit dessen, was er verfasste, schrieb er sowohl in Vincennes als auch in der Bastille überwiegend heimlich und, um nicht durch übermäßigen Papierverbrauch aufzufallen, in winziger Schrift. In der Bastille verfasste er unter anderem den Briefroman „Aline et Valcour ou Le roman philosophique“ (“Aline und Valcour – Ein philosophischer Roman”) in den Jahren 1786 bis1788 und „Les infortunes de la vertu“ (“Die Missgeschicke der Tugend”) im Jahr1787.

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Marquis de Sade: Der Skandal von Marseille

Erstellt in Bizarr von A bis Z von Christine am 27.April 2010

Illustration aus einem seiner WerkeAm 27. Juni 1772 verteilt de Sade im Rahmen eines libertinistischen Zusammenseins Aphrodisiaka in Form von Kanthariden-Bonbons an vier Prostituierte, um sie so zum Gruppensex und zu Sodomie gefügig zu machen. Kantharidin ist ein chemischer Stoff, der in verschiedenen Käferarten vorkommt und Euch wahrscheinlich als Spanische Fliege (der Käfer, durch den es bekannt wurde) vertrauter. Dem Stoff wird eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt, die sich auch der Marquis für seine Orgie erhoffte.

Da eine der Prostituierten von den mit der Droge versetzten Bonbons aber deutlich zu viel naschte, kam es zu schweren Vergiftungserscheinungen. Der neue Skandal war perfekt. De Sade und sein Diener Latour wurden des versuchten Mordes und perverser bzw. verbotener sexueller Praktiken angezeigt und am 8. Dezember 1772 in der Festung Miolans in Savoyen inhaftiert. Damit saß Sade jetzt schon das dritte Mal hinter schwedischen Gardinen.

Von der Festung flohen Sade und sein Diener Latour am 30. April 1773 mit Hilfe seiner Frau vorübergehend nach Italien. Der Marquis wurde in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde ”in effigie”, also in Abwesenheit, stellvertretend an einer Strohpuppe vollzogen, die man verbrannte.
Währenddessen verfasste de Sade im Ausland seinen Bericht über die Reise nach Holland, sowie seine Eindrücke der Italienreise und ein Buch über Rom, Florenz und Neapel. Hier findet Ihr ein Teil seiner sadistischen Werke.
Schon im Juli 1775 gab es dann erneut Gerüchte um ausschweifende Orgien, so dass der Marquis sich am 17. Juli desselben Jahres zu einem weiteren Italienaufenthalt genötigt sah. Von der erzähle ich Euch in ein paar Tagen mehr… ;)

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Marquis de Sade: Erste Skandale und die Affäre Rose Keller

Erstellt in Bizarr von A bis Z von Christine am 20.April 2010

Geißelungs-Illustration aus Marquis de Sades WerkenWie Ihr ja bereits wisst, hat sich der junge Sade bis dato noch nicht sonderlich unbeliebt gemacht in der höheren französischen Gesellschaft. Das änderte sich allerdings schnell und schon im Jahr 1763 wurde der damals 23jährige zum ersten Mal verhaftet. Er hatte nach deren Aussagen junge Huren in einsame Häuser gelockt und dort mit Peitschen, Stöcken und Feuer gequält und sie gezwungen, auf ein Kruzifix zu urinieren. Zudem missbrauchte er  wiederholt auch Hausangestellte beiderlei Geschlechts, später sogar zusammen mit seiner Frau. In der auf diese Anschuldigungen folgenden Haft schreibt er wie besessen an seinen Romanfiguren “Justine” und “Juliette”, die ebenfalls  entführt, gefoltert und missbraucht werden.
Am 28. Oktober 1763 wurde er im Zusammenhang mit der zehn Tage zurückliegenden Affäre um die Arbeiterin Jeanne Testard  für einige Wochen in Vincennes inhaftiert. Eine Warnung waren ihm diese ersten Gefängnisaufenthalte aber nicht und der nächste Skandal folgte nur wenige Jahre später.

Den nächsten handfesten Skandal hat die adlige Gesellschaft nämlich, als die Bettlerin Rose Keller den 28jährigen am 3. April 1768 bezichtigt, sie am Ostersonntag gegeißelt und gequält zu haben. Sade wird erneut festgenommen. Er sollte sie unter dem Vorwand, eine Dienstmagd zu suchen, angesprochen und nach der Einigung mitgenommen haben. Erst vor Ort angekommen soll Rose Keller gemerkt haben, worum es wirklich ging. Obwohl die Frau nach Zahlung einer Entschädigung Abstand von der Klage nimmt, wird de Sade nach Gefängnisaufenthalten in Saumur und Pierre-Encise am 16. November auf seinem Anwesen in La Coste festgesetzt. Nach Ende seines Hausarrestes sollte der nächste Skandal jedoch nicht allzu lange auf sich warten lassen. ;)

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Marquis de Sade: Der junge Sade in der Gesellschaft

Erstellt in Bizarr von A bis Z von Christine am 14.April 2010

Eine Illustration aus einem von Sades WerkenZur Aufbesserung seiner schlechten finanziellen Verhältnisse und auf Drängen seines Vaters ging Donatien de Sade am 17. Mai 1763 eine Konventionalehe mit Renée Pélagie de Montreuil ein, die aus einer zwar weniger prestigereichen, aber sehr vermögenden Familie des hohen französischen Amtsadels stammte. Aus der Ehe ging der am 27. August 1767 geborene  Sohn Louis-Marie hervor. De Sades zweiter Sohn wurde im gleichen Jahr wie Napoleon geboren, zwei Jahre später brachte Renée noch eine Tochter zur Welt. Neben seiner Familie pflegte de Sade zwischen 1764 bis 1766 noch mehrere Beziehungen zu Schauspielerinnen, die von der Familie vorerst toleriert wurden .
Im Jahr 1864 erbte er von seinem Vater das vor allem eine ehrenhafte Sinekure darstellende Amt des königlichen Generalleutnants der an die Schweiz grenzenden Provinzen Bresse, Bugey, Valromey und Gex.
Schon kurz nach der Hochzeit begann er, dank des neu erworbenen Reichtums ein skandalöses Leben zu führen, das selbst den Rahmen dessen sprengte, was man damals bei adeligen Libertins hinzunehmen bereit war. Als der junge Sade Pamphlete über “Extreme Lust” schrieb, war die französische Rokoko-Gesellschaft noch keineswegs schockiert. Der  Freigeist, der freche Reden gegen die Kirche führte und erotische Orgien feierte, war zu dieser Zeit in. Als er jedoch einige seiner Äußerungen in die Tat umsetzte, waren selbst die Libertins entsetzt.
Donation de Sade verachtete Frauen und glaubte, nur dann Lust empfinden zu können, wenn er ihnen Schmerz zufügte. “Man muss den Hass der Frau auf sich ziehen. Und sie peinigen, um den Genuss an ihr ergötzlich zu machen. Ein wahrhaft sinnlicher Mensch hat einen größeren Genuss, wenn er Schmerz zufügt, als wenn er Lustgefühle zu wecken versucht”, sagte der dunkle Marquis.

Die Folgen, die diese Exzesse für den umtriebigen Marquis zeitigten, stelle ich Euch in den nächsten Folgen seiner Biographie vor. Aber so viel sei verraten: Er hat es nicht nur ins Gefängnis geschafft… ;)

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Marquis de Sade: Seine Kindheit und Jugend

Erstellt in Bizarr von A bis Z von Christine am 9.April 2010

Marquis de SadeNachdem ich Euch den Namenspatron des Masochismus, Leopold von Sacher-Masoch, schon vorgestellt habe, möchte ich Euch sein Pendant, den Namenspatron des Sadismus, den berühmten wie berüchtigten Marquis de Sade, nicht vorenthalten.
Geboren wurde er als Donatien Alphonse Francois Marquis de Sade am 2. Juni 1740 im Pariser Stadtpalast der Condés als Sohn des Comte de Sade, Seigneur de Saumane et de La Coste et Conseigneur de Mazan und der Comtesse de Sade und entstammt somit einem provenzalischen Adelsgeschlecht. Über seine Mutter war er weitläufig mit den Bourbonen, also der königlichen Familie, verwandt.
Ursprünglich sollte er auf die Namen Louis Aldonse Donatien getauft werden. Durch einen Registrierungsfehler in der Pariser Kirche Saint-Sulpice erhielt er jedoch die Namen Donatien Alphonse François, unter denen er auch heute noch bekannt ist.
Den ersten Teil seiner Kindheit verbrachte er im Schloss seiner Geburt. Aufgrund prekärer finanzieller Verhältnisse wurde der junge de Sade im Jahr 1744 zum väterlichen Familienzweig in die Provence geschickt. Dort wuchs er zunächst bei Tanten, später bei seinem Onkel, dem Abbé de Sade d’Ebreuil, auf. Sein freidenkerischer Onkel erzog den jungen Donatien und übte somit großer Einfluss auf ihn aus.
Im Alter von 10 bis 14 Jahren schickte man ihn auf das Collège Louis-le-Grand, später auf die Offiziersschule École des Chevaux-Légers in Versailles für junge Hochadelige, wo er mit 15 zum Offiziersanwärter avancierte. Nur ein Jahr später zog er als Soldat in den Siebenjährigen Krieg (1756–1763) und wurde in dessen Verlauf mehrfach befördert.

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