Pictophilie bezeichnet einen Fetisch der besonderen Art. Hierbei handelt es sich um die sexuelle Erregung durch das Ansehen und Betrachten von Porträts oder Landschaftsmalereien. Ähnlich wie bei der/dem Agalmatophilie/Pygmalionismus handelt es sich bei der Pictophilie auch um einen Objektfetisch. Weil Sie sich vom Grundsatz sehr ähneln, betitelt man in Fachkreisen diese beiden Fetischarten auch als “Geschwister”.
Was genau den sexuellen Impuls eines solchen Fetischisten auslöst und aktiviert, variiert. Manche erregt das Porträt eines Menschen, andere Landschaftsbilder. Pictophil veranlagte Menschen reizt unter anderem auch das Wissen, dass andere Personen, die im Museum beispielsweise auch gerade ein Gemälde betrachten, nicht erahnen, welche Gedanken sich gerade in seinem Kopf abspielen. Während die einen das Bild analysieren und vielleicht über die Farbkompostitionen fachsimpeln, wird die sexuelle Erregung des Pictophilien umso mehr gesteigert.
Hierbei entwickelt sich bei männlichen Fetischisten auch oft eine sichtbare Erektion, die eine erneute Spannung auslöst, nämlich das unentdeckt bleiben. Außerdem haben sie für diesen Fall bestimmte Kniffe, um auch zum Höhepunkt zu kommen, ohne dass andere Zuschauer etwas davon merken.
Der Ursprung dieses Fetischs ist nach wie vor unerforscht und auch eine konkrete Zahl der Praktizierenden ist nicht bekannt, wohl aber, dass es sich meist um Männer handelt. Oft ist die Rede von einem sehr ausgeprägten Sinn für Ästhetik in einer sehr eigenwilligen Form. Diese allerdings kann für eine zwischenmenschliche Partnerschaft durchaus belastend sein, da auch hier (wie bei vielen anderen Fetischen) der reale Sex nicht mehr im Vordergrund steht, sondern die sexuelle Lust nur noch vom Fetisch bestimmt wird.
Wichtig für alle Ausübenden ist: Das öffentlich Praktizieren im rechtlichen Rahmen zu halten. Schnell kann es zur Erregung öffentlichen Ärgernisses kommen. Es wurden sogar schon Porträts/Gemälde für diesen Zweck gestohlen oder beim Ausüben beschädigt. All das sind allerdings Ausnahmen und nicht die Regel.