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Leopold von Sacher-Masoch: Seine bekanntesten Werke

Erstellt in SM Praktiken & Spiele von Christine am 4.März 2010

Symbolfoto - Venus im PelzLeopold von Sacher-Masoch schrieb ab Mitte Zwanzig bis zu seinem Tod 80 Romane, mehr als 100 Novellen, wie beispielsweise realistische galizische Bauern- und Judengeschichten.
Darüber hinaus verfasste er Feuilletons, Theaterstücke, Dramen, historische Betrachtungen und versuchte sich als Gründer diverser Zeitschriften.

Der Autor hatte eine besondere Vorliebe für dämonische Frauengestalten, die sich in vielen seiner Werke wieder finden, denen ohnehin eine eher diffuse Sexualität zu Eigen ist. Oft drehen sich seine Beschreibungen immer wieder um die Wonnen durch Erniedrigung.
Viele dieser Werke gerieten in Vergessenheit. Unvergessen hingegen blieb “Die Venus im Pelz”, die sehr deutlich seine Neigung zur Unterwerfung widerspiegelt. In dem Roman verliebt sich der junge Adlige Severin in die Witwe Wanda, welche sich zu einer Affäre bereit erklärt, wenn Severin ihr in allem gehorsam sein will. Wie Sacher-Masoch selbst, schließt auch die Romanfigur einen Vertrag. Severin liefert sich Wanda völlig aus und wird von ihr immer brutaleren Demütigungen unterworfen.
“Die Venus im Pelz” war von ihrem Autor als Teil eines 36 Arbeiten umfassenden Gesamtwerks gedacht, das in sechs Zyklen die verschiedenen Aspekte der menschlichen Existenz ausleuchten sollte. Die anderen 11 fertig gestellten Schriften sind heute weitgehend in Vergessenheit geraten.

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Leopold von Sacher-Masoch und der Masochismus

Erstellt in SM Praktiken & Spiele von Christine am 24.Februar 2010

Sacher-Masoch“Masochismus ist der Wunsch, einer Person des anderen Geschlechts vollkommen und unbedingt unterworfen zu sein, von dieser Person herrisch behandelt, gedemütigt und selbst misshandelt zu werden.” So beschrieb der Wiener Psychiater Richard von Krafft-Ebing 1893 in seiner Studie “Psychopathia Sexualis” das Phänomen und schuf zugleich einen neuen Begriff. Weiter erörtert er darin die Symptome einer bestimmten, je nach Blickwinkel Perversion oder Krankheit, der er Masochs Namen verlieh. Sowohl Leopold von Sacher-Masoch als auch seine Anhänger wehrten sich gegen diesen Begriff vergebens. So sehr Sacher-Masoch auch dagegen kämpfte, nicht auf diesen Teil seiner Werke reduziert zu werden, so blieb dieses Unterfangen doch erfolglos. Die Bezeichnung setzte sich durch.
Dass der Name Sacher-Masochs von Krafft-Ebing zum Stigma einer sexuellen Perversion degradiert worden war, hat ihn zeitlebens geschmerzt und ihm zudem beruflich wie auch gesellschaftlich massiv geschadet.

Der Mann, der den Namen dafür unfreiwillig gegeben hatte, und seine Literatur aber gerieten in Verruf und schließlich auch in Vergessenheit. Vielleicht liegt es darin begründet, dass es zum Phänomen des Masochismus und Sacher-Masoch im Vergleich zur unüberschaubaren Zahl von Studien zum Sadismus und dem Marquis de Sade bisher nur wenige Untersuchungen gibt.

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Leopold von Sacher-Masoch: Sein privates Leben

Erstellt in SM Praktiken & Spiele von Christine am 15.Februar 2010

Dominante Frau mit ihrem SklavenLeopold von Sacher-Masoch versuchte zeitlebens, seine bizarren Phantasien auszuleben. Schon von 1861-1865 hatte er seine erste masochistische Beziehung mit einer Frau namens Anna von Kottwitz, die er später in dem Werk „Die geschiedene Frau“ literarisch aufarbeitet.

Ab dem Jahr 1867 schließt er einen sechsmonatigen Unterwerfungsvertrag mit Fanny von Pistor, als deren Sklave er eine Italienreise unternimmt.

Nach diesen ersten Erfahrungen heiratete er im Jahr 1873 Aurora von Römelin, die unter dem Pseudonym Wanda von Dunajew ebenfalls als Schriftstellerin hervortritt. Mit ihr versucht er seine Phantasien umzusetzen. Ähnlich wie mit seiner Geliebten schließt Sacher-Masoch auch mit seiner ersten Ehefrau einen Vertrag, nach dem die Frau alles tun soll, um ihn zu unterwerfen – inklusive Peitsche. Zugleich verpflichtet sie sich, so oft wie möglich Pelz zu tragen. Hierin spiegeln sich deutliche Parallelen zu Sacher-Masochs bekanntem Werk „Venus im Pelz“ wider. Anders als im Roman sicherte sich Sacher-Masoch aber noch einen Freiraum. Sechs Stunden pro Tag sollte er ohne Demütigung verbringen können.

Die Ehe scheitert 1886. Nach dem öffentlichen Scheidungskrieg und Sacher-Masochs finanziellem Ruin wird es still um ihn. Mit seiner zweiten Ehefrau zieht er in das hessische Dorf Lindheim bei Frankfurt am Main, wo er am 9. März 1895 stirbt.

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Leopold von Sacher-Masoch: Sein öffentliches Leben

Erstellt in Bizarr von A bis Z von Christine am 4.Februar 2010

Symbolfoto: sexuelle DemütigungNach seiner Tätigkeit als Professor für Geschichte an der Lemberger Universität wandte sich Sacher-Masoch der Schriftstellerei zu. Er verfasste Romane und meist folkloristische Novellen. Neben seinem eigenen Namen schrieb er auch unter den Pseudonymen Charlotte Arand und Zoe von Rodenbach. Die Schriften des Erfolgsautors waren teils als exotische, immer spannende, ja sogar als moralische Lektüre beliebt.

Victor Hugo, Émile Zola und auch Henrik Ibsen gehörten zu den Bewunderern Sacher-Masochs. Ludwig II. von Bayern fühlte aufgrund der Romane eine Art von Seelenverwandtschaft zum Autor der Stücke. Bekannt war Sacher-Masoch vor allem wegen seiner Phantasie und der Schreibkunst, triebhaftes Schmerz- und Unterwerfungsverlangen ästhetisch zu formulieren. Das heute bekannteste Werk des Autors ist die „Venus im Pelz“.
Im Jahr 1886, auf dem Gipfel seines Ruhmes, wurde Sacher-Masoch in Paris vom Figaro und der angesehenen Revue de Deux Mondes gefeiert. Ihm wurde darüber hinaus ein Orden verliehen.

Seine sozialreformerischen Ideen versuchte er in die Wirklichkeit umzusetzen, indem er den “Oberhessischen Verein für Volksbildung” initiierte. Neben seinen fantastischen Werken, stand Sacher-Masoch also auch sehr wohl auf dem Boden der Tatsachen und ging die realen Probleme seiner Zeit an.

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Leopold von Sacher-Masoch: Seine Kindheit und Jugend

Erstellt in Bizarr von A bis Z von Christine am 25.Januar 2010

Portrait: Sacher MasochLeopold von Sacher-Masoch, nach dem der Psychologe Richard von Krafft-Ebing den Masochismus benannte, wurde am 27. Januar 1836 in Lemberg, in Galizien, der heutigen Ukraine, in eine Familie geboren, die von Slowenen, Spaniern und Böhmern abstammt. Seine Mutter Charlotte von Masoch war eine polnische Adelige, sein Vater Leopold Sacher war Hofrat und Polizeipräsident von Lemberg, dem heutigen Lwiw oder Lwow. Der kleine Leopold wurde im großbürgerlichen Haushalt stets von Gouvernanten und Dienstboten umsorgt. Auch seine Lust am Leiden führt er später in biographischen Schriften auf seine Kindheit zurück. Als Neunjähriger versteckte er sich im Schrank seiner Tante und beobachtete sie beim Seitensprung. Als die Tante den kleinen Spanner entdeckt, wird sie wütend und züchtigt ihn.

Später zog die Familie erst nach Prag und von dort nach Graz. In der österreichischen Stadt studierte er Jura, Geschichte und Mathematik. Im Jahr 1856, im Alter von 19 Jahren, schloss er sein Studium der Geschichte und Philosophie mit der Promotion ab. Die Promotion so junger Studenten war damals allerdings nicht ungewöhnlich, sondern weit verbreitet. Noch im selben Jahr habilitierte er in Geschichte und wird mit 20 Jahren Privatdozent an der Universität. Ab 1860 war er dann als Professor für Geschichte in Lemberg tätig.

Mehr über den recht unbekannten Namenspaten des Masochismus und seine schriftstellerische Laufbahn erzähle ich Euch das nächste Mal…

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