Ihr kennt das sicher. Jeder hat irgend etwas, das ihn oder sie beim Sex besonders heiß macht und erotisch sehr reizt. Ob das nun Strapse sind oder sexy Strümpfe oder was auch immer, zumeist empfinden wir es als schönen Bonus, der das Liebesspiel noch reizvoller, noch spannender macht. Aber es geht eben auch ohne und macht auch ohne Spaß.
Anders sieht das aus, wenn jemand einen richtigen Fetisch hat, also sein Objekt der Begierde nur mit diesem sexuell anziehend findet, ja manchmal den Fetisch über die Person stellt, wenn er (seltener auch sie) nur noch mit dem Fetisch Sex haben will und kann.
Teilen Beide denselben Fetisch mit demselben Elan, löst sich das Problem automatisch. Wenn er auf Latex steht und sie es gern trägt oder ihn darin besonders anziehend findet, haben sich die Richtigen gefunden. Das Glück haben vor allem Anhänger häufiger Fetische wie dem Fußfetisch oder dem Latexfetisch. Mehr Probleme bekommen Fetischisten, wenn sie auf selteneres wie etwa Blut, Muttermilch, Natursekt, Luftballons, schlafenden Partner oder diverse andere Paraphilien stehen.
Wenn die Partnerin der meist männlichen Fetischisten, den Fetisch nicht oder zumindest nicht in dem Maße teilt, ergeben sich früher oder später Konflikte. Entweder muss sich die Partnerin auf Dauer verbiegen oder dem Fetischisten fehlt immer ein Teil zu seiner Befriedigung – und das kann eine Beziehung über längere Zeit belasten. Nicht selten fühlt sich die Partnerin dann auch nicht mehr als Mensch attraktiv, sondern sieht sich eher als Objekt, das nur in Verbindung mit dem Fetisch interessant ist.
Zum Pulverfass für die Beziehung kann eine fetischistische Neigung auch dann werden, wenn der Partner mit selbiger nicht umgehen kann. Eröffnet also beispielsweise ein Mann nach jahrelanger Ehe seiner Frau, dass er auf das Tragen von Frauenkleidern steht, kann das den Verständnisrahmen der holden Gattin und damit letztendlich sogar die Ehe sprengen.
Extreme Auswirkungen auf das partnerschaftliche Miteinander hat es, wenn der Fetisch den Sex mit dem Partner völlig ersetzt. Auf Dauer möchte niemand auf ein erotisches Intermezzo mit dem geliebten Menschen verzichten. Zum einen haben Männer wie Frauen nun einmal sexuelle Bedürfnisse, zum anderen fühlen sich vor allem Frauen mit der Zeit nicht mehr attraktiv und leiden darunter.
Auch für den Fetischisten selbst wird der Druck spürbar, wenn die Erregung nur noch in Verbindung mit dem begehrten Objekt oder der gewünschten Handlung erreicht. In der Folge plagen sie unter anderem auch Ängste, dem begehrten Geschlecht gegenüber oder die Einsamkeit, die oft aus einer extremen Fixierung entsteht.
Fetisch kann eine Beziehung also sehr bereichern, er kann sie aber auch zerstören oder gar von vornherein unmöglich machen. Dann ist professionelle Hilfe angeraten, um den seelischen Druck zu mindern und zu einem gesünderen Umgang mit der Neigung zu finden.
Solange Ihr aber auch ohne Euren Fetisch Spaß am Sex haben könnt, ist alles im grünen Bereich und Ihr könnt ihn einfach als Bereicherung Eurer Erotik genießen!