Fuß-Erotik - Symbolfoto

Der Fußfetisch – Die Liebe zu Füßen

Wir sehen sie auf öffentlichen Straßen, bei der Arbeit oder auch zu Hause. Wir legen in einem gesamten Leben ca. 130.000 km auf ihnen zurück. Doch nicht jeder reagiert gleich auf sie. Die Rede ist von Füßen. Was für viele als unschöner Teil des Körpers gilt, ist für andere der Mittelpunkt der sexuellen Reize. Doch woher kommt dieser Fokus für die Füße? Und was genau erregt Menschen dabei so besonders? Wir zeigen Euch einen tiefen Einblick in die Welt des Fußfetisches.

Der Ursprung der Fuß-Lust

Bei der Frage, woher der Fetisch genau herkommt, scheiden sich die Geister. Eine konkrete, zu 100% vollständige Antwort gibt es dafür nicht. Doch Forscher haben entdeckt, dass die Gehirnareale der Genitalien, der Zehen und die der Füße direkt nebeneinander liegen. Eine Reizüberflutung und eine einhergehende sexuelle Stimulation durch Füße oder Zehen kann somit entstehen. Eine weitere mögliche Erklärung geht mehrere Tausend Jahre zurück zu der Evolution des Menschen. Kleine Füße waren lange ein Zeichen dafür, dass der Östrogenspiegel der Frau sehr hoch ist und sie somit besonders fruchtbar war.

Arten des Fußfetisches

Bei der Betrachtung des Fußfetisches kann man jedoch nicht nur einfach sagen, dass der Anblick die Erregung bereits auslöst. Es können auch noch weitere Faktoren eine wichtige Rolle spielen. Und die unterscheiden sich von Mensch zu Mensch.

  • Fußregion: Bei der Betrachtung der Fußregion sind bestimmte Teile des Fußes immens wichtig und lösen die sexuelle Erregung aus. Hier können beispielsweise einige besonders auf den „Footjob“ (meist Stimulation des Penis mit dem Fuß) stehen oder aber auch auf den „Toejob“ (meist Stimulation des Penis speziell nur mit den Zehen).
  • Fußbekleidung: Hier ist es wichtig, wie der Fuß verpackt ist. Hübsche High Heels oder Nylons können den Fuß unwiderstehlich machen, während andere wiederum die schlichten Socken bereits erregen. Der „Shoejob“ (meist Stimulation des Penis mit dem Schuhwerk) bringt die Menschen dabei in Wallungen.
  • Fußbehandlung: Die Fußbehandlung hat die Liebkosung der eigenen Füße oder die Füße einer weiteren Person im Fokus. Das Massieren der Füße steht im Vordergrund und erzeugt die größtmögliche Stimulation. Häufig wird hierbei das „Toe-Sucking“, also das Lutschen der Zehen, ausgeübt. Auch der Geruch spielt hierbei eine sehr wichtige Rolle.

Neben den Regionen der Füße sind die Spielarten auch sehr unterschiedlich. Einige davon wurden bereits erwähnt, wie der beliebte „Footjob“ zum Beispiel. Doch die Palette der möglichen Spielarten ist wie bei vielen anderen Fetischen auch hier weit gestreut. Das „Dangling“ beispielsweise beschreibt die Form des Fußspiels, bei dem meist eine Frau mit ihrem Schuh spielt und diesen von der Fußspitze hängen lässt.

Das „Tickling“ ist eine Spielart, die an der Grenze zum BDSM-Sex steht. Hierbei wird der Fuß oft mit einem Hilfsmittel wie zum Beispiel einer Feder gekitzelt. Die Spanne kann dabei also nur von einer leichten Berührung, bis hin zu einer regelrechten Tortur gehen.

Passend zur Tortur kommen die beiden Spielarten „Crushing“ und „Trampling“ einher. Das „Crushing“ beschreibt das Zertreten von Gegenständen mit dem Fuß. Die Beobachtung dieses Schauspiels erfüllt den Beobachter mit Erregung, da er die Macht und die Zerstörungswut des Fußes genießen kann. Einen Schritt weiter geht dabei das „Trampling“. Hierbei wird entweder barfuß oder mit einem Schuhwerk (z.B. High Heels) auf dem Körper einer liegenden Person gestanden oder herumgelaufen. Das devote Verhalten beziehungsweise die Machtdemonstration spielt dabei eine wichtige Rolle. Nicht weit entfernt vom „Trampling“ ist auch das „Ballbusting“ bzw. „Ballcrushing“. Dabei wird das Treten der Genitalien des Mannes mit dem Fuß betrieben und bereitet Schmerz und Lust zugleich.

Der Fußfetisch und die Gesellschaft

Wie es häufig beim Thema Fetisch der Fall ist, stellt sich die Frage, wie die Gesellschaft auf diese Form des Fetisches reagiert. Und hier ist es tatsächlich relativ positiv. Der Fußfetisch ist einer der gesellschaftlich akzeptiertesten Fetische. Es ist natürlich immer etwas schwieriger, den Fetisch in den Alltag so zu implementieren, dass man ihn vollkommen ausleben kann, ohne in irgendeiner Form aufzufallen. Doch wie bereits erwähnt, laufen wir den Füßen im wahrsten Sinne des Wortes tagtäglich über den Weg. Kein Wunder also, dass auch Prominente dazu stehen. Der bekannteste Fußliebhaber ist dabei wohl Quentin Tarantino, der sogar in seinen Filmen Andeutungen auf seine Vorliebe macht.
Auch die Kultur spielt eine wichtige Rolle bei der Akzeptanz eines solchen Fetisches. In China war der sogenannte „Lotosfuß“ lange Zeit ein Schönheitsideal. Dabei werden alle Zehen, außer dem großen Zeh, gebrochen und unter den Fuß geklappt. Des Weiteren wird der Fuß so eng zusammengebunden, dass nur eine gewisse Größe erreicht wird. Dabei galten 10 cm als ideale Länge und sollten Attraktivität darstellen. In Wahrheit führte dies jedoch zu starken Behinderungen der Frauen.

In Marokko hingegen spielt der Fuß bei der Hochzeit eine wichtige Rolle. Der Fuß wird dabei in der Henna-Nacht mit verschiedenen Farben aufwendig bemalt und muss lange trocknen. In der Phase des Trocknens kann sich die Braut nicht bewegen, wird also auf einer Kissenlandschaft platziert und teilweise sogar gefüttert. Je länger es trocknen kann, umso länger bleibt es auch auf der Haut. Dadurch ist die Frau länger von der Hausarbeit befreit, die sie so lange nicht durchführen musste, so lange die Bemalung zu sehen war.

Man sieht also, dass der Fußfetisch nicht nur sehr facettenreich ist, sondern die Stellung des Fußes von Land zu Land unterschiedlich ist. Einige Fußfetischisten berichten sogar von einer Win-Win-Situation, da sie darauf bedacht sind, die Füße des Partners kontinuierlich zu pflegen, wodurch der Partner schöne Füße hat und der Fußliebhaber seine Zuneigung befriedigen kann.

Bild: © andreikovnir / fotolia.com


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