Die Lombardis, Brangelina & Co.: Was macht die Trennungen anderer nur so interessant?

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Trennung - Symbolfoto

Vor kurzem waren die Lombardis angeblich der meistgesuchte Begriff im Netz. Erstaunlicherweise hat sogar mein Rechtschreibprogramm erkannt, dass ich den Namen noch nicht richtig geschrieben hatte. Woher kennt das denn zwei Sternchen aus den Medien? Interessante Frage. Denn Brangelina kennt es nicht. Aber zurück zu den Lombardis. Es gibt kein Entkommen. Selbst Menschen, die sich wirklich überhaupt nicht für deren Liebestragödie interessieren, stoßen irgendwann im Netz auf entsprechende Nachrichten. Reißerische Überschriften machen neugierig und sorgen dafür, dass auch der hinterletzte Hinterwäldler mitbekommt, dass sich da ein Paar trennt. Bei Bratt Pitt und Angelina Jolie verstehe ich das ja auch noch. Schließlich sind die beiden nun wirklich Medienstars, deren Namen weltweit bekannt sein dürften. Die Liebe, die Kinder, das politische Engagement der beiden, ihr blendendes Aussehen und nicht zuletzt natürlich all die Filme, die quer über den Globus in den Kinosälen für Unterhaltung und Spannung sorgten. Aber Sarah und Pietro? Warum stößt deren persönliches Glück bzw. Unglück auf eine derartige Resonanz in den deutschen Medien? Warum interessieren sich so viele Menschen für das Schicksal von zwei Menschen, an deren Leben nichts anders ist als an ihrem eigenen? Und vielleicht liegt in dieser Frage auch schon die Lösung.

Das Zerbröckeln der Bilderbuchromanzen

Liebe bis dass der Tod Euch scheidet: Die finden wir heute nur noch im Märchen, im Film oder bei den ganz Alten. Anders geht das ja auch gar nicht. Denn woher sollen wir wissen, ob die Paare, die heute glücklich unter uns weilen, es bis dahin schaffen werden? Wir haben ja keine Glaskugel. Also haben wir um uns herum Paare, die noch zusammen sind und Paare, die es nicht geschafft haben. Wir selber gehören, sofern wir bereits mindestens eine Beziehung hatten, auf der einen oder anderen Seite dazu. Und wir alle träumen von der großen Liebe, wie sie uns im Film wieder und wieder vorgegaukelt wird. Zwei Menschen treffen aufeinander, verlieben sich unsterblich und riskieren womöglich ihr Leben füreinander. Sie heiraten, bekommen ein, zwei, drei liebenswerte Kinder und sitzen im Alter zusammen auf der Gartenbank und halten Händchen. Der Film endet allerdings zumeist mit der Eroberung der oder des Geliebten. Was dann passiert, bleibt unserer Fantasie überlassen. Nur sehr selten sehen wir das Paar alt und immer noch verliebt tatsächlich auf der Gartenbank sitzen.

Ich glaube nicht, dass Pietro sein Leben für Sarah riskiert hat. Aber er hat die Herzen der Zuschauer bei Deutschland sucht den Superstar erobert. Er war der Underdog der Staffel, konnte sich die Texte nicht merken und hat vermutlich das Helfersyndrom in tausenden Mädchenherzen geweckt. Dann kamen die große Liebe dazu, eine Hochzeit, ein Hausbau und ein Baby. Wie im Bilderbuch. Und alle fieberten mit. Das war ja auch kein Problem, schließlich wurde das gesamte Beziehungsleben in den Doku-Soaps mit den Fans geteilt. Da schienen sich zwei ganz normale Menschen gefunden zu haben. Zwei, die so leben und die solche Probleme haben, wie viele der Zuschauer und Zuschauerinnen. Zwei, die sich nicht damit auskennen, wie man ein mehrgängiges Menü etikettengerecht hinter sich bringt. Zwei, die sich in der Öffentlichkeit erst noch zurecht finden mussten. Pretty Woman hoch zwei.

Und dann kam der Knall. Sarah brach aus und fand jemand anderen. Dazu gab es ein Drama wegen häuslicher Gewalt und ein Baby, dessen Eltern sich trennen. So habe ich es zumindest verstanden. Alles wie im wahren Leben. Kein Wunder, das ist es ja auch. Denn so läuft es für sehr viele Paare. Alles scheint perfekt zu sein, bis die Fassade bröckelt. Nur erleben wir das normalerweise in unserem kleinen eigenen Kosmos. Was für eine Erleichterung, dass das auch den anderen so ergehen kann. Wir wissen, wie sich eine Trennung anfühlt. Wir wissen, wie es ist, wenn uns das Herz gebrochen wird und wie wahnsinnig wir werden können. Wir wissen, mit welchen Entzugserscheinungen wir zu kämpfen haben. Und weil die Lombardis so nah an unserem eigenen Leben stehen, fühlen wir in jeder Sekunde mit ihnen. Damit können wir uns auch prima ablenken.

Anderen ergeht es auch nicht besser als uns

Anders ist das vermutlich bei Brangelina. Deren Leben ist nun gar nicht vergleichbar mit dem der meisten Menschen. Ein Leben in Glanz und Gloria. Eine perfekte Liebe mit einer perfekten Fassade. Aber dann kam auch hier der große Bruch. Alkohol, häusliche Gewalt, Kindesmisshandlung? Insgeheim wird sich sicherlich so manche oder mancher die Hände reiben. Denn Neid und Missgunst sind leider auch sehr verbreitet. Und schließlich haben wir uns lange genug das große Glück ansehen müssen. Daran konnten auch Angelina Jolies absichtlich veröffentlichte Krebs-Präventions-Operationen nichts ändern. Na gut, vielleicht gibt es auch bei dieser und jeder anderen Trennung aus dem öffentlichen Leben viel mehr Mitgefühl als Missgunst. Ich will das einmal hoffen. Diese Trennungen zeigen uns jedenfalls, dass wir nicht besser und nicht schlechter sind als die Stars, an deren Leben wir dank der Medien zumindest zu einem Teil teilhaben können. Sie relativieren vielleicht unser eigenes Leid. Die arme Jennifer Aniston, die trotz Schönheit, Reichtum und Berühmtheit nicht die große Liebe findet, rührt uns ja auch immer wieder.

Wenn Ihr noch etwas mehr Relativierung braucht, habe ich einen blutrünstigen Buchtipp für Euch: Die New Yorker Journalistin Jennifer Wright hat ein Buch über die großen und schmerzhaften Trennungen der Geschichte geschrieben: Kill your darling. Töte deinen Liebsten. Dieser Titel sagt schon alles. Angefangen von Kaiser Nero über Heinrich den VIII bis zu Elisabeth Taylor. Ein heimtückischer Mord nach dem nächsten. Ist doch alles gar nicht so schlimm bei Euch, oder?! 🙂

Bild: © stasknop / fotolia.com


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