Kitzel mich!

Vor kurzem erhielt ich folgende Nachricht auf meinem YouTube-Kanal: „Mach ein Video zum Thema Kitzeln“. „Aha“, dachte ich mir. Die E-Mail wurde erstmal ignoriert. Ich konnte mit diesem Wunsch absolut nichts anfangen. Aber dann häuften sich die Nachrichten und Wünsche, ein solches Video präsentiert zu bekommen. „Lass dich Kitzeln“, oder: „Kitzel Fetisch, BITTE“. Also fing ich an zu recherchieren. Anscheinend ein neuer Trend, der mir bisher noch durch die Lappen gegangen war.

Erinnerungen

Mit Kitzeln verbinde ich persönlich teils lustige und teils ärgerliche Kindheitserinnerungen. Mit den Eltern oder dem Bruder war Kitzeln immer lustig. In der Schule wurde ich oft von hinten erschreckt, wenn ein Mitschüler plötzlich unter meine Achseln fuhr und loskitzelte. Ein Schreckmoment. Kein angenehmes Gefühl.

Mir war also von Anfang an klar: Kitzeln kann sowohl Nähe bedeuten, aber auch schnell zur Qual werden.

Feminismus vs. Shades of Grey

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Kitzeln als Strafe

Das Zucken ist eigentlich ein Reflex, um unsere empfindlichen Körperregionen zu schützen, denn genau dort sind wir besonders kitzelig: am Hals, unter den Armen, am Bauch, auf den Fußsohlen. Ein Angriff auf diese Stellen löst also ein Kreischen und wildes Zucken aus, um eine mögliche Bedrohung abzuschütteln. Ich vermute, dass die Reaktion des Lachens auf die Erleichterung des Gehirns zurückzuführen ist, dass es sich doch nur um eine harmlose Berührung und keine Gefahr handelt. Wissenschaftlich tappen wir da aber noch etwas im Dunkeln.

Meine Recherche zum Kitzelfetisch ergab tatsächlich: Kitzeln findet sich oft im BDSM-Kontext wieder. Obwohl die erste Reaktion auf Kitzeln Lachen oder Kreischen ist, so hat dieses Verhalten oft nichts mit Spaß zu tun. Schnell wird es zu einer echten Strafe und Qual – jeder der kitzelig ist weiß, wovon die Rede ist.

Im Mittelalter wurden Straftäter auf eine Bank geschnallt und mit Federn gekitzelt. Eine weitere beliebte Methode war es, Salz auf die Fußsohlen zu streuen, eine Ziege erledigte mit ihrer Zunge dann die Kitzelarbeit. Diese Bestrafung war einfach nur unangenehm, aufgrund der Lachanfälle konnte es aber auch zu Verkrampfungen im Bauchmuskelbereich und Atemnot kommen. Kein Wunder also, dass Kitzeln vor allem als Bestrafung im BDSM-Kontext überlebt hat. Der Kitzelnde hat die Macht, während der Gekitzelte wehrlos und ausgeliefert das Kitzeln über sich ergehen lassen muss.

Auffällig ist allerdings, dass vor allem junge Menschen mit dem Kitzel-Fetisch-Videowunsch an mich herangetreten sind. Ich gehe davon aus, dass Kitzeln gerade bei Jugendlichen beliebt ist, da es eben noch nichts mit „reinstecken“ und Sex zu tun hat sondern vor allem mit Berührung. Trotzdem kann diese Berührung auch sexuell sein. Schnell berührt man sich zufällig an den Brüsten, am Po, zwischen den Beinen. Beim Gekitzeltwerden weiß man zudem nicht, wann eine solche Berührung erfolgt und wo sie passieren wird. Das macht den Reiz aus. Auch hier geht es also wieder um Macht.

Kitzeln-Sex

Lustvolles Kitzeln

Jeder Mensch ist zu einem anderen Grad kitzelig. Manche haben es sich komplett „abtrainiert“, andere sind es von Haus aus gar nicht und bei manchen reicht schon ein leichtes Streicheln und sie drehen komplett durch. Hier heißt es also: Grenzen ausloten. Wenn Ihr Kitzeln jetzt also in Euer Liebesspiel mit einbauen wollt, sei es jetzt im BDSM-Kontext oder nicht, dann geht das eigentlich mit fast allem. Kitzeln geht ganz einfach auch schon mit Alltagsgegenständen wie Deiner elektrischen Zahnbürste, einem Seidentuch, einer Haarbürste oder ganz einfach mit langen Fingernägeln.

Professioneller wird das Ganze natürlich mit Toys. Eine Feder kitzelt ganz sanft, eine Peitsche aus Leder oder Latex könnt Ihr ebenfalls ganz leicht über den Körper wandern lassen und auch mit leichten Schlägen variieren, um das Wechselbad der Gefühle noch intensiver zu machen und ein echter Kitzelexperte greift zum Wartenbergrad, auch „Nadelrad“ oder „Nervenrad“ genannt.

Dabei handelt es sich ursprünglich um ein medizinisches Instrument, das bei neurologischen Untersuchungen zur Schmerzwahrnehmung angewandt wurde. Heute ist es im BDSM-Bereich zuhause, da das Rad bei stärkerer Druckausübung auch sehr schmerzhaft sein kann. Es eignet sich aber auch wunderbar zum Kitzeln, da die Nadeln von den Nervenenden sehr intensiv wahrgenommen werden. Hier empfehle ich immer: Rollt das Rad zuerst über Eure eigene Haut, dann könnt Ihr besser abschätzen, wie es sich dann für Euren Spielpartner anfühlt.

Kitzeln muss jedenfalls nicht immer extrem, laut oder gar eine Strafe sein. Macht das Kitzelerlebnis zu einem Genuss. Setz Deinem Partner eine Augenbinde auf und lass ihn die verschiedenen Gegenstände auf der Haut spüren. Das Gefühl, nicht zu wissen was als nächstes passiert, kann sehr erregend sein und zu jeder Menge Gänsehaut führen.


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