Symphonie der Lust: Klitoris in 3D

Über Technik lässt sich streiten. Vor allem über den technischen Fortschritt. Als ich das erste Mal etwas über 3D-Drucker hörte, ging es um Waffen und um die Frage, ob sich nun wohl jeder zuhause einen tödlichen Revolver nachbauen könne. Tja, das kann man wohl versuchen, aber es scheint nicht zu funktionieren. Zumindest habe ich das gehört. Was sich hingegen nun jeder oder jede, der oder die über so ein faszinierendes Gerät verfügt, tatsächlich nachbauen kann, ist eine lebensechte 3D-Nachbildung der Klitoris. Und das ist etwas wirklich Bedeutendes. Denn es wird unser Bild dieses weiblichen Lustorgans, und damit auch der weiblichen Lust, von Grund auf ändern. Manche Dinge müssen wir einfach gesehen haben, um sie zu verstehen. Und um das zu veranschaulichen, ist die Technik in diesem Fall ein hervorragendes Mittel.

Nicht immer ist die wahre Größe sichtbar

Was ist jetzt das Besondere an so einem 3D-Modell der Klitoris? Denkt an einen Eisberg, dessen größter Teil sich unter der Wasseroberfläche befindet. Solange wir das nicht wussten, hatten wir keine Vorstellung von der gewaltigen Größe dieser Eisgiganten. Und eigentlich können wir uns die Größe auch nicht wirklich vorstellen. Denn der Teil unter Wasser bleibt ja nun einmal unsichtbar unter Wasser. Um den ganzen Eisberg zu sehen, müsste man ihn schon an Land ziehen. Dass sich dies nicht umsetzen lässt, ist klar. Also ein anderes Beispiel: Stellt Euch die Sprungschanze fürs Skispringen vor. Und dazu so starken Nebel, dass die Skispringer nur beim Abstoßen zu sehen sind. Die ganze Gaudi beim Herunterschießen der Schanze, der Absprung, der Flug und die Landung bleiben im Nebel verborgen. Hier wissen wir allerdings, was wir gerade nicht sehen. Und so ist das ab jetzt auch mit der Klitoris.

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Die Entdeckung des Verborgenen

Sichtbar ist bei dieser auch nur die Spitze in Form der Klitorisperle oder auch medizinisch Glans clitoridis genannt. Das ist somit ähnlich dem Eisberg oder dem Springer oben auf der Schanze. Das Wissen, dass auch hier noch sehr viel mehr im Verborgenen liegt, verdanken wir der australischen Urologin Helen O’Connell. Erst 1998 stieß sie auf die wahrlich umwälzende Entdeckung von der wahren Größe der Klitoris, einem Organ, das nach bisherigem Wissenstand nur eine Funktion hat, nämlich Lust zu verschaffen. Aber das wir das wissen und uns auch auf Bildern ansehen können, hilft uns nur wenig dabei, die Bedeutung auch wirklich zu begreifen. Apropos begreifen: Den Penis können wir sehen und wir können ihn anfassen, greifen. Seine Größe führt er uns tagtäglich vor Augen. Die Klitoris, die letztendlich eine ganz ähnliche Größe hat und bei Erregung sogar ähnlich anschwillt, tja, die können wir nicht sehen.

Die Klitoris im Sexualkunde-Unterricht

Zumindest bisher nicht. Das sich das jetzt ändert, verdanken wir der französischen Forscherin und Sozialmedizinerin Odile Fillod. Die hat für den Sexualkundeunterricht in der Schule das besagte 3D-Modell der Klitoris entwickelt. Jeder und jede, der oder die einen 3D-Drucker besitzt, kann sich nun das Modell ausdrucken, ansehen, anfassen und in seiner wahren Größe begreifen. Fillod war aufgefallen, dass der Penis als Fortpflanzungsorgan zwar durchaus Erwähnung findet, die Klitoris aber kaum. Ohnehin geht es beim Aufklärungsunterricht ja eher um die Funktionsweise der Geschlechtsorgane im Rahmen der Fortpflanzung als um die Lust. Und die Klitoris ist nun einmal pure Lust. Darüber nun wieder mit Schülern und Schülerinnen zu sprechen, ist ein ewiger Eiertanz. Was dürfen Lehrer und Lehrerinnen vermitteln, ohne sich dem Vorwurf der Erotisierung des Unterrichts auszusetzen? Dass das Thema Klitoris dann doch lieber ausgespart wird, ist ein weiterer Grund für die Unsichtbarkeit der Klitoris auch im Bewusstsein der Jungen und vor allem der Mädchen.

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Wissen bedeutet in diesem Fall Lust

Mit dem 3D-Modell lässt sich jetzt ganz einfach veranschaulichen, was die Klitoris ist – nämlich das Äquivalent zum Penis -, wie sie aufgebaut ist und welche Größe sie in Wirklichkeit hat. Es hilft Mädchen und Jungen wie auch Frauen und Männern dabei, die weibliche Sexualität besser zu verstehen und auf sie einzugehen. Es ist in vielen Fällen einfach nicht damit getan, die kleine Lustperle zu berühren und den Rest links liegen zu lassen. Ein Junge oder Mann mag schließlich auch nicht nur ausschließlich an der Peniseichel berührt werden. Und das Modell hilft dabei zu verstehen, warum beim vaginalen Verkehr das Einführen des Penis oftmals nicht allein ausreichend ist, um Mädchen und Frauen einen Orgasmus zu schenken.

Was spricht dagegen, auch im deutschen Sexualkunde-Unterricht mit diesem Modell zu arbeiten? Die Thematik wurde übrigens vom französischen Lehrer Philippe Cosentino auch noch einmal aufgegriffen und weiter entwickelt. Mit Fillods Modell als Grundlage schaffte er ein 3D-Modell, mit dem sich am Computer die ganze Pracht der Klitoris von allen Seiten betrachten lässt. Auch an einem Computer an deutschen Schulen …

Quelle: n-tv & welcomed, Bildquelle: © vladimirfloyd, © Yü Lan / fotolia.com


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