Multiple Orgasmen Mann - Symbolfoto

Auch ein Mann kann und kann und …

Wenn eine Frau erst einmal herausgefunden hat, wie sie zum Orgasmus kommt, ist es für viele gar kein großes Ding mehr, nach dem ersten Orgasmus noch einen zweiten, dritten, vierten, fünften und manchmal noch viele mehr hinterher zu schieben. Die Wellen schwächen nach und nach ab, das schöne Gefühl aber kommt immer wieder und wieder und wieder. So mancher Mann bekommt gar nicht so richtig mit, wozu seine Liebste fähig ist, weil er – und sie leider oft auch – denkt, aha, geschafft, Ziel Orgasmus erreicht, wir können hier aufhören. Schade eigentlich. Ich sage ja, sich selber zu erforschen, kann nur von Vorteil sein. Und was man dabei heraus findet, kann dann zur beiderseitigen Luststeigerung geteilt werden. Nun ist der multiple Orgasmus kein Monopol der Frauen. Auch Männer können ihn haben, denn das ist vor allem eine Technik, die von ihnen mit Disziplin und Durchhaltevermögen erlernt werden kann. Sie müssen dafür aber schon ein paar Monate trainieren. Ich weiß, Disziplin und Durchhaltevermögen sind nun nicht gerade Wörter, die wir unbedingt mit Sex und Erotik verbindet, aber es lohnt sich durchaus. Der Trick bei der Sache ist die Trennung von Orgasmus und Ejakulation. Das geht?? Ja, das geht. Nach einem Orgasmus ohne Ejakulation kann direkt der nächste folgen, sogar mehrmals hintereinander.

Muskeltraining - Symbolfoto

Muskeltraining für mehr Lust …

So geht’s

Beginnen wir also. Der wichtigste Muskel für das Gelingen unserer Übung ist der sogenannte PC-Muskel, dessen Abkürzung irreführend ist, denn er hat nichts mit einem Computer zu tun. In voller Länge heißt er Musculus pubococcygeus, aber das kann sich ja kein Mensch merken. Dieser Muskel zieht sich vom Schambein bis zum Steißbein. Fühlen kann man ihn beim Wasserlassen, wenn der Urinstrahl mittendrin angehalten wird. Also jetzt kurz auf die Toilette und ausprobieren. Gefunden? Mindestens vier Wochen sollte der PC-Muskel trainiert werden, denn er ist maßgeblich wichtig für das Zurückhalten der Ejakulation. 3 x 15 Sekunden anspannen, dann eine Pause einlegen und das Ganze drei Mal wiederholen. Das geht natürlich jederzeit und auch ohne Wasserlassen. Langsam steigern und nicht wundern, wenn sich am Anfang Muskelkater einstellt. Es ist eigentlich nichts anderes als in der Mucki-Bude, nur dass man da den Erfolg am wachsenden Muskel sehen und fühlen kann. Und dass man dort gefährlich aussehende Geräte hat. Genau die scheinen Männer auch zu brauchen, um das Gefühl zu haben, effektiv zu trainieren. Deswegen hat auch schon einmal jemand eine Maschine zum Beckenbodentraining für Männer entwickelt. Wenn wir Frauen auch so versessen auf Geräte wären, stünden die Yoga-und Pilates-Trainer vor leeren Räumen….

So ein Training macht Spaß!

Wenn der Muskel ausreichend gekräftigt ist, geht es auf zur nächsten Übungsphase, der Erforschung des Point of no return (PONR). Der PONR ist der Moment, an dem die Ejakulation auf keinen Fall mehr aufzuhalten ist. Und wenn das Sperma erst einmal draußen ist, ist die Sache auch gelaufen. Dann heißt es abwarten bis zur nächsten Runde. Aber mal ehrlich, wann im Leben ist ein Fehlschlag schon so lustvoll? Im Klartext bedeutet das, die Erregung so lange zu steigern, bis man ganz kurz vor dem PONR steht – und dann aufzuhören. Wenn man jetzt den trainierten PC-Muskel anspannt, kann man die Ejakulation zurückhalten und trotzdem einen Orgasmus bekommen. Und dann noch einen. Und noch einen. Ich habe nicht gesagt, dass das einfach ist. Und das Üben selber ist trotz wahrscheinlich vorprogrammierter Fehlschläge eine sehr gute Methode, den eigenen Körper noch besser kennen zu lernen. Und wenn es nicht klappt, bleibt immerhin noch der Orgasmus, der auch allein schon wunderbar ist. Man kann also nichts falsch machen.

Bild: © ASjack / fotolia.com

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'Auch ein Mann kann und kann und …' hat 4 Kommentare

  1. 6. Juni 2016 @ 09:04 Andreas

    Ich praktiziere seit meiner Jugend diese Technik. Habe allerdings gleich mit dem zurückhalten der Ejakulation beim Masturbieren begonnen. Zuerst hab ich versucht so oft wie möglich zu kommen. Und dabei ist es mir bewußt geworden, daß es auch umgekehrt geht. Irgendwann hab ich gespürt, zu kommen ohne abzuspritzen. Gegenüber meiner Kumpels war ich schon immer etwas anders was Sexualität betrifft. Eine neue Freundin im Monat war eher normal. Auch mir mehreren gleichzeitig kein Problem.
    Mit der Zeit ändert man sein Verhalten. Wenn ich heute mit Frauen Sex habe, bin ich der Typ, dominante. Ich kann Sex so lange haben, wie es mir Spaß macht. Meistens laß ich es mir erst nach vielen Stunden mit Sperma kommen. Vorher hab ich einige trockene.
    Frauen sind oft verwundert, wieviel bei mir dann gespritzt kommt. Der Druck und die Menge ist schon groß. Meist zieh ich mir das Kondom dabei ab.
    L.g. ANDREAS

  2. 21. Juni 2016 @ 14:17 Tom

    Die Trennung von Orgasmus und Ejakuation beherrsche ich auch seit meiner Jugend, wobei ich das eher durch ausgiebiges Petting gelernt habe: mit dem Samenerguss war da immer gleich Schluss und ich wollte mehr – viel mehr … Heute kann ich regelmäßig viele Organsmen erleben – auch direkt hintereinander. Der Erguss kommt übrigens nicht immer am Schluss. Wenn ich nach längerer Zeit Sex habe oder besonders rollig bin, spritze ich auch mitunter erst mehr oder weniger „kontrolliert“ ab, um mich dann den Orgasmen hinzugeben.

  3. 3. Juli 2016 @ 14:12 Madeleine

    Wenn der Mann sich nur genug Zeit lässt, ist es für mich überhaupt kein Problem Mehrfachorgasmen zu geniessen.
    Gerade „normal“ potente Männer sollten darauf achten, dass sie den PONR so lang als möglich herauszögern sollten, so dass beide voll auf ihre Kosten kommen.

    ———————————————-
    ## Anmerkung der Redaktion ##

    PONR = Point Of No Return (Orgasmus)

  4. Sexpertin Anja Drews

    5. Juli 2016 @ 14:08 Anja Drews

    Liebe Madeleine,

    Mehrfach-Orgasmen hören sich gut an! Sich Zeit lassen, ist das Stichwort dabei! Da stimme ich Dir voll und ganz zu. Und das können auch alle Männer schaffen. Einfach zwischendurch ruhige, eher „rührende“ Bewegungen und gezielte Pausen einlegen statt Vollpower die ganze Zeit. Und selbst wenn es beim Koitus selber nicht so gut klappt, bleibt immer noch die Möglichkeit, mit den Händen oder der Zunge vorzubereiten oder hinterher weiterzumachen. Das setzt natürlich voraus, dass man auch ein Interesse daran hat, dass die Partnerin ebenso befriedigt aus der Situation herausgeht wie man selbst. Oder umgekehrt. Ob dann allerdings tatsächlich am Ende ein Orgasmus dabei herausspringt, hat auch viel mit der Frau selber zu tun. Schließlich muss sie auch auf sich achten und kann durch gezielte Beckenbewegungen und Einsetzen der Beckenbodenmuskulatur ihre Lustgefühle selber steigern. Da hakt es nämlich auch des Öfteren. Die Forderung „Der Mann muss das nur richtig machen“ reicht nun einmal auch nicht aus. Wie ist das bei Dir? Was machst Du? Hast Du Tipps für unsere Leserinnen?

    Liebe Grüße
    Anja


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