Welt Aids Tag am 1. Dezember

World AIDS day

Am 1. Dezember ist Welt Aids Tag. Ein sehr wichtiger Erinnerungstag, denn erschreckenderweise treffe ich immer wieder auf Menschen, die der Meinung sind: „Aids ist doch schon lange heilbar“ oder „Aids, das ist doch alles eine Lüge der Pharmaindustrie, um uns zu kontrollieren und uns Angst zu machen“.

Fatale Aussagen, gerade weil sie so oft von jungen Menschen getätigt werden, die eigentlich ‚aware‘ aufgewachsen sein sollten. Eine Umfrage von Statista zeigt, dass sich 25 % der Jugendlichen in Deutschland noch keine Gedanken zur Ansteckung mit dem HI Virus gemacht haben. Diese Einstellung führt dazu, dass im Allgemeinen weniger verhütet wird.
Aber auch die Generation 40+ bildet einen Risikofaktor, da es hier oft heißt: „Aids gab es damals bei uns noch nicht“. Das Wissen um Kondome ist zwar da, aber die Gewohnheit diese auch zu verwenden, fehlt. Oft wird das Risiko mit den Worten „Der / Die hat sicher nix, schaut doch eh gesund aus“ verharmlost.

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Gefährliche Sextrends

Fehlt das Bewusstsein einer möglichen Ansteckung und deren Folgen, so ist das der Nährboden gefährlicher Sexpraktiken.

  • Der erschreckendste Trend kommt noch dazu aus einem High Risk Land: Südamerika. Beim „Sex Roulette“ treffen sich Jugendliche zu einer Sex Party. Wer abspritzt verliert und darf bei der nächsten Partnertauschrunde nicht mehr mitmachen. Mindestens eine Person auf der Party ist HIV Positiv und Kondome gibt es keine.
  • Ebenso gefährlich ist der „Chem-Sex“ Trend. Es geht um Sex unter Einfluss von Drogen. Entweder werden unter Freunden sogar Nadeln geteilt, in der Annahme, dass da eh nichts passieren kann, man kennt sich ja, oder die Hemmschwelle sinkt derart ab, dass ein Kondom überhaupt vergessen wird. Da Drogen auch das Schmerzempfinden mindern, kommt es umso leichter zu Verletzungen beim Sex, die wiederum das Ansteckungsrisiko erhöhen.
  • In einer Zeit von Tinder & Co braucht es für Sex mit Fremden oder Unbekannten gar keinen eigenen Trend mehr. Das fällt schon fast unter Zeitgeist, so sehr ist es für viele zum Alltag geworden. Gerade auf Online Dating Plattformen lassen Männer wie auch Frauen schnell durchklingen, dass es bei einem Treffen nur um Sex gehen wird. Der Trendbegriff „Mingles“ setzt sich aus den Worten: Mixed und Single zusammen. Viele führen keine monogame Beziehung mehr sondern eine Freundschaft Plus. Die Beziehungspartner genießen also alle Vorteile einer Beziehung, Nachteile wie Besitzanspruch und Eifersucht entfallen. Entfällt aber auch die Verwendung eines Kondoms setzt man sich einem zusätzlichen Risiko aus, da die Mingles ja immer noch Sex mit anderen haben, eventuell auch hier ohne Kondom. Ein Dominoeffekt.

Natürlich gibt es auch in monogamen Beziehungen keine Garantie. Dank dem Internet ist ein Seitensprung heute so leicht wie nie zuvor. Auch hier muss das Bewusstsein geschaffen werden: Wenn man schon den Partner betrügt, dann bitte nur mit Kondom. Nur weil man es von daheim gewohnt ist, keines zu verwenden, darf man den Lebenspartner nicht einem solchen Risiko aussetzen.

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Sicherheit vor Unwissen

Der Welt Aids Tag wird also heute so dringend gebraucht wie eh und je. Nachweisbar ist auch, dass an Tagen, die das Bewusstsein zur HIV Krankheit fördern, wie eben der Welt Aids Tag oder der Life Ball in Wien, auch die Anzahl der durchgeführten Aids Tests ansteigen lässt. Die Hemmschwelle sich endlich zu trauen und Klarheit zu bekommen, sinkt.

In Deutschland leben rund 13.000 Menschen völlig ahnungslos mit der Krankheit. Laut Robert Koch Institut erhielten im Jahr 2016, 3000 Menschen die Diagnose HIV, 2000 von ihnen hatten keine Ahnung von der Infektion. Das zeigt, wie viele Menschen nach dem „Schrödingers Katze“ Prinzip leben: Sie wissen, die Katze ist im Schrank, ob diese aber lebt oder breites gestorben ist, das wollen sie gar nicht herausfinden. Erst wenn die Schranktüre geöffnet wird, ist ganz sicher klar: Die Katze ist tot. Genauso verhält es sich mit dem Virus. Sie könnten ihn in sich tragen aber erst der Test zeigt ob es wirklich so ist.
Auch wenn man zu den Menschen gehört, die immer ein Kondom verwenden, ein mulmiges Gefühl bleibt bei einem solchen Test immer bestehen. Diese Angst darf aber unser Verantwortungsbewusstsein nicht übertrumpfen.

Angst entsteht immer durch Unwissenheit – davon gibt es beim Thema HIV & Aids jede Menge!

  • 36,7 Millionen Menschen leben weltweit mit dem HI Virus. Die Ansteckungsrate steigt weiter, nur die Todesfälle in Verbindung mit Aids sinken.
  • HIV ist die Abkürzung für „Humane Immundefizienz-Virus“. Wer HIV positiv ist, hat nicht automatisch AIDS. Unter AIDS versteht man den Ausbruch der Immunschwächekrankheit.
  • Zwischen der Ansteckung mit HIV und dem Ausbruch der Krankheit können einige Monate, aber auch Jahre vergehen. Die ersten Symptome von HIV werden oft mit einem leichten Schnupfen verwechselt. Dabei ist schnelles Handeln nach einer möglichen Ansteckung lebensrettend.
  • Mit der Postexpositionsprophylaxe, kurz PEP, kann eine Ansteckung verhindert werden. Das funktioniert aber nur wenige Stunden nach dem Risikokontakt. PEP reduziert das Ansteckungsrisiko um bis zu 90 %. Die Prophylaxe erhält man in ausgewählten Kliniken, Informationen dazu bietet auch die AIDS-Hilfe.

Der Welt Aids Tag hilft dabei genau solche Wissenslücken zu schließen, aufzuklären und Bewusstsein für eine Krankheit zu schaffen, die bei rechtzeitigem Erkennen zwar nicht mehr tödlich sein muss aber leider noch lange nicht heilbar ist.

Quellen: de.statista.com 1 & 2, derstandard.at, aidshilfe-salzburg.at, focus.de, Bild: © Siam / fotolia.com


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