Bericht vom 8. FETISCH FILM FESTIVAL in Kiel

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Fetisch Film Festivals 2015

Ihr werdet es kaum glauben, aber ich habe mich am Wochenende verliebt! 😀 Am vergangenen Samstag war es endlich wieder so weit, in der urig-gemütlichen Kulisse der Kieler Traum GmbH stand das 8. Fetisch Film Festival an – so ging es für mich und meinen Freund um 17:45 Uhr mit dem Film „KIM“ los …

Und genau in die habe ich mich verliebt. Ich habe seit jeher eine Art Fetisch für skandinavische Filme, meist jedoch geht es dabei um ein anderes Genre, nämlich die Krimis. Beim FFF war das Thema natürlich aber alles andere als Mord und Totschlag, denn es ging um BDSM, Unterwerfung, das Spiel mit dem Schmerz, der Lust und der Macht. Hauptdarstellerin Josefin von Zeipel als Kim durchläuft in dem Meisterwerk eine persönliche Entwicklung, an der wir Zuschauer teilhaben dürfen. Mit ihrem Charakter zog sie im Nu den Kinosaal in ihren Bann.
Die junge Frau lebt zu Beginn des Films in einer wackligen Beziehung mit Andreas (Daniel Larsson). Hatte in einer kurzen Pause jedoch eine Affäre zu einem dominanten jungen Mann (Johannes, gespielt von Daniel Gill), der sie gedanklich und körperlich einfach nicht loslassen will. Der eigentliche Freund wirkt einfältig, nicht besonders risikobereit und somit gar nicht wie einer, der zu Kims wildem Wesen passt. Die Künstlerin Kim ist eine starke Persönlichkeit, die durchaus aber auch ihre Schwächen hat. Diese erleben wir vor allem in ihrer Relation zu den zwei weiteren Figuren Julia (Siri Hjorton Wagner) und Mina (Sarah Meijer). Teilweise wirkt Kim nahezu bipolar, als wäre sie manisch-depressiv … Kim macht alle Türen auf. Sie liebt es die Kontrolle zu bewahren, wagt sich aber immer wieder auf dünnes Eis. Ohne zu viel verraten zu wollen, endet sie (mehr oder weniger) in einer Switch-BDSM-Beziehung und genießt die Macht des Subs. Denn hier hält sie mit dem Safeword, welches das Spiel jederzeit beenden kann, die Zügel in der Hand. Kim zeigt, dass der unterwürfige Part die Macht hat – und nicht wie oftmals fälschlicherweise angenommen, der dominante Part. So erlaubt der 81 Minuten lange Film eine ganz andere Perspektive auf das Thema. Er lässt der narzisstischen Hauptdarstellerin Raum zu leben und ihre Kunst zu entfalten – in ihrer Installation (Kunstprojekt) und in ihrer Person. Elemente von Breathcontrol und Schwebebondage untermalen die SM-Facetten des Films, Schlagen und Spucken gehört ebenfalls dazu. Der Film bewegt sich stets gekonnt auf zwei Ebenen, handelt vom Geben und Nehmen und zeigt den Unterschied zwischen Gewalt und dem was bei Interesse an BDSM in der Partnerschaft gewollt ist. Es werden Grenzen gefunden, gereizt und überschritten. Wie schnell aus Spielen Ernst werden kann, lernt die blonde Kim durch ihre Männer. Wenn ihr mich fragt, dann hätte das die Version von „Shades of Grey“ sein sollen. Gegen Kim haben Ana & Christian keine Chance! 😉
Tobias Rydin, der Regisseur des Films KIM, war auch in Kiel und stand nach einer kurzen Präsentation vor Beginn auch nach dem Abspann für Fragen zur Verfügung. Der junge Mann war von seiner Art und Denke nicht weniger interessant als die Figur KIM, die er erschuf. Außerdem war noch Allison Chanic dabei, die den Soundtrack zum Film erschaffen hat. Sehr interessante, aufgeschlossene Menschen. Die Macher zu treffen ist wirklich einmalig und ein klares Plus einer solchen Veranstaltung. Dass der Film ganz großes Kino war, scheint nicht nur meine Meinung zu sein, denn der Streifen ist der ganz große Sieger des diesjährigen Fetisch Film Festivals. Ich sag nur „Bester Film des Jahres“, „Beste Hauptdarstellerin Josefin von Zeipel“, „Bester Hauptdarsteller Daniel Larsson“ und „Bestes Plakat“! Erstaunlich, was ein Low Budget Film so alles kann!

Dann, um 20 Uhr, lief JYOWA ROPE STORIES, ein Film ohne Worte zum Thema „Bondage“. Nach dem intensiven ersten Film wirkte dieser traditionelle Streifen wie ein Beruhigungsmittel, was jedoch absolut nicht im negativen Sinne zu verstehen ist. Er zeigte über 2 Stunden verschiedene Sessions, in denen nach allen Regeln – der schönen originalen japanischen Bondagekunst – gefesselt wurde. Sehr authentisch lief das Fesseln wie ein stiller Prozess ab. Das Einzige, was ab und zu leise zu hören war, war ein ruhiges Wimmern der gefesselten Asiatinnen. Der Streifen machte abwechselnd einen ausdruckslosen und im Kontrast dazu einen emotionalen Anschein. Zuerst ist schwer zu erkennen, ob der Rigger seine gefesselten Kunstwerke nur betrachtet oder ob er sie beherrscht. Die traditionelle Kunst wirkt wie eine Arbeit, bis die Lust dann doch in den Augen erkennbar wird. Die Seile werden gezielt ausgewählt, die schönen Abdrücke auf der blassen Haut der gefesselten Damen sind gut sichtbar. Der erste Künstler modelliert an dem Körper der Frau als sei sie aus Ton, als sei sie ein Kunstwerk – sein Kunstwerk. Er bindet den Körper in eine Hogtie-Stellung und fixiert zudem ein Seil an ihrem großen Zeh. Im Verlauf des Films werden vielerlei Fessel-Variationen gezeigt: Das Rope wurde als Mundknebel benutzt, eine der Frauen wurde im Stehen an einen Pfahl gebunden – auf Zehenspitzen gestellt, bis dann im nächsten Akt auch die Füße nach oben gebunden wurden und der Körper sich zur Form des Eiffelturmes wandelte. Erregt und konzentriert fesselten die Meister, was das Zeug hielt. Inspiration für zu Hause war für Bondage-Fans ganz bestimmt dabei.

Flyerstand beim Fetisch Film Festivals 2015Film-Szene aus KimSzene aus Jyowa Rope StoriesRegisseur Tobias Rydin & Soundtrack-Künstlerin Allison Chanic

Es folgte der schrillste Teil des Abends – die Fetisch Traum Party! Wie gewohnt gab es für die interessierten Augen aller Gäste jede Menge zu entdecken. Alle feierten ausgelassen und in authentischer Bekleidung ihr Dasein und die Subkultur. Eine herrlich bunte Mischung offener Menschen. Das, da bin ich mir sicher, gibt es so nicht oft zu sehen. Besonders angesagt unter den Damen schien mir in diesem Jahr das Korsett zu sein – in vielen Farben und Ausführungen. Praktischerweise ließen einige von ihnen die Oberweite frei. 😉 In diesem Jahr erwartete das Publikum außerdem eine Modenshow, die passenderweise in der Choreo dem SM-Thema angepasst wurde, sowie eine beeindruckende Feuershow, die nicht nur wegen der großen Flammen ganz schön heiß war … Auch gab es wieder Live-Bondage zu sehen und das Andreaskreuz wurde ebenso fleißig benutzt. Insgesamt, so wie die letzten zwei Jahre auch, ein rundum gelungener Abend! 😀

Wer neben KIM noch Auszeichnungen gewonnen hat? Schaut mal hier:

Bester Film des Jahres: KIM

http://kimthemovie.se,  https://www.facebook.com/kimthemovie, http://www.allisonchanic.com

Beste Darstellerin: Josefin von Zeipel in KIM
Bester Darsteller: Daniel Larsson in KIM
Bester Dokumentarfilm: HIGH SHINE
https://www.facebook.com/groups/HighShine

Bester Kurzfilm: DOMIMAID

Beste Darstellerin in einem Kurzfilm: Vanessa Jeanene in DREAM HOUSE
Bester Darsteller in einem Kurzfilm: Kevin Patterson in DREAM HOUSE

Bester kurzer Dokumentarfilm: MISTRESS CAMEO AND MASTER EL DIABLO von Ashley

Beste Poster:
THE CEREMONY
THE DUKE OF BURGUNDY
FIFTY SHADES OF GREY
KIM

Bestes Musik-Video: GET ALONG BETTER by Gareth Thomas

Beste DVD: BLACK WIDOW
Beste Trans-Performance: Rosebutt in BLACK WIDOW
Beste weibliche Performance: Irina Vega in IF YOU DARE
Beste männliche Performance: Fenyx Santos in IF YOU DARE
Bester kurzer Clip: SISSY FUCKED IN THE KITCHEN


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