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"Liebe, Leben, Lovetoys" powered by ORION

„Liebe, Leben, Lovetoys“ powered by ORION: Abschied mit Spendenübergabe

„Liebe, Leben, Lovetoys“ powered by ORION: Abschied mit Spendenübergabe

100 Mal haben sie Tante Ilses Wohnung ausgeräumt, 100 Mal haben sie sich vom Sextoy-Fundus ihrer verstorbenen Tante überraschen lassen, haben auch mit ihrem Pianisten Spaß gehabt und vor allem haben sie 100 Mal ihr Publikum mit Witz, Charme und humorvollen Liedtexten erheitert: Sylvia Wieland und Rita Gäbler im Flensburger Boulevard-Musical „Liebe, Leben, Lovetoys“. Aber: Wenn’s am schönsten ist, soll man aufhören. Das wusste sicher auch schon Tante Ilse. Und so haben sich die beiden Flensburger Schauspielerinnen und ihr charmanter Pianist Raimund Heusch dazu entschieden, die Toy-Kiste von Tante Ilse an der Niederdeutschen Bühne Flensburg ein für allemal zu schließen. Nach 100 Vorstellungen ist Schluss.

Aber noch nicht ganz. Eine kleine Zugabe gab es noch. Auch oder gerade weil sich Sylvia Wieland, Rita Gäbler und Raimund Heusch zehn Jahre lang auf der Bühne mit den amüsanten, frivolen Seiten der Sexualität beschäftigt haben, haben sie bei jeder ihrer Vorstellungen unter den Besuchern auch Spenden zusammengetragen, die nun einer Beratungsstelle zugutekommen, die sich den dunklen Seiten der Sexualität widmet: Die Flensburger Beratungsstelle Wagemut kümmert sich um Kinder und Jugendliche, die Opfer sexueller Gewalt wurden. Zum Abschluss der zehnjährigen Bühnenpräsenz überreichten die „Liebe, Leben, Lovetoys“-Schauspieler der Beratungsstelle die über die Jahre hinweg gesammelten Spenden in Höhe von 3447 Euro. Aufgerundet auf 4000 Euro wurde diese Summe von ORION: Das Flensburger Erotikunternehmen hatte das Boulevard-Musical mit kreiert und über die Jahre hinweg unterstützt.
Das freute nun vor allem Wagemut-Mitarbeiterin Marlena Beckmann, die die Verbundenheit zwischen dem Stück, ORION und der Beratungsstelle dankend hervorhob. „Sexueller Missbrauch ist leider immer noch ein Tabu-Thema“, sagt sie. Die Dunkelziffer sei hoch. Umso wichtiger sei der offene Umgang mit dem Thema und das Signal, das Betroffene in der Beratungsstelle Hilfe finden.

Foto: Gunnar Dommasch